"Trotzdem bleiben natürlich Restzweifel, weil wir aus der Vergangenheit wissen, dass eine Infektion nicht hundertprozentig auszuschließen ist", merkte der 38-Jährige an.
Gegen den afrikanischen Inselstaat winkt dem Team von Bundestrainer Alfred Gislason der vorzeitige Hauptrundeneinzug, doch die Coronafälle beim kommenden Gegner waren im deutschen Lager in Gizeh auch am Samstag ein Thema. Der Weltverband, das betonte Bitter, müsse alles dafür tun, dass die Spieler sicher sind. Mit der Entscheidung, dass gespielt wird, haben sich Bitter und Co. aber zähneknirschend arrangiert.
Beim WM-Neuling waren am Donnerstag nach der Ankunft in Ägypten vier Spieler positiv auf Corona getestet worden. Eine weitere Testreihe am Freitag ergab jedoch ausschließlich negative Befunde, so dass Kap Verde wie geplant am Turnier teilnehmen darf. "Es ist eine schwierige Situation und wir sehen das auch kritisch", sagte Youngster Juri Knorr am Samstag am Fuße der Pyramiden, ergänzte aber: "Jeder hat sich dazu entschlossen, dass er das Risiko in Kauf nimmt."
WM
Drei Dinge, die auffielen: Bitter und Heinevetter erhöhen Druck auf Wolff
15/01/2021 AM 22:48

Wundertüte Kap Verde

Bundestrainer Gislason bekam von alldem nichts mit. Der Isländer hockte auf seinem Zimmer und betrieb Videostudium. Nach dem lockeren Aufgalopp gegen Uruguay (43:14), dem höchsten WM-Auftaktsieg einer deutschen Mannschaft seit 63 Jahren, will Gislason auch gegen den nächsten krassen Außenseiter nichts dem Zufall überlassen. Das zweite Vorrundenspiel stellt ihn dabei vor eine besondere Herausforderung.
"Wir wissen gar nicht, wer bei Kap Verde fehlt und wer alles dabei ist", sagte Gislason. Den Samstag nutzte er, um die Bilder von Kap Verdes überraschend starkem Turnierdebüt am Freitag gegen Ungarn (27:34) auszuwerten. Bitter sagte:
Das wird ein anderer Gegner als Uruguay. Alfred warnt uns schon seit Monaten."
Kap Verde ist auf der großen Handballbühne ein vollkommen unbeschriebenes Blatt. Das Gros der Mannschaft verdient sein Geld in Portugal, nur fünf Spieler sind in der Heimat aktiv. Ivo Santos, der wegen Corona seine WM-Teilnahme kurzfristig absagen musste, spielt bei der zweiten Mannschaft des Bergischen HC in der deutschen Oberliga.
"Das ist eine traurige Situation für die Nationalmannschaft, mit einem so kleinen Kader gegen Deutschland zu spielen. Jetzt wird es noch härter", sagte Santos dem Mannheimer Morgen. Kapitän Leandro Semedo meinte: "Wir haben keinen Druck. Wir wollen die Chance nutzen, die Spiele zu genießen."

Corona bis zum Spiel im Hinterkopf

Mit dem Genießen ist das auf deutscher Seite so eine Sache. Im Hinterkopf dürften den DHB-Stars noch die Ereignisse im November herumschwirren. Im Anschluss an zwei EM-Qualifikationsspiele waren vier deutsche Spieler, darunter auch Bitter und Knorr, an COVID-19 erkrankt. Gegner Bosnien-Herzegowina hatte damals vor dem Duell, ähnlich wie jetzt Kap Verde, mehrere Coronafälle zu beklagen.
"Natürlich macht uns das Sorgen", sagte Gislason:
Man muss hoffen, dass es wirklich so ist, dass keiner infektiös sein kann."
Mit angezogener Handbremse oder besonderer Vorsicht wird sein Team aber nicht auflaufen. Spätestens wenn das Spiel beginnt, das versprach Kapitän Uwe Gensheimer, wird das Thema Corona ausgeblendet:
Handball ist ein Kontaktsport, da wird in den 1:1-Situationen hingelangt. Da weicht man nicht aus."
Das könnte Dich auch interessieren: Gislason nach Auftakt gegen Uruguay: "Hoffe, dass die Blase hält"
(SID)

Mit nur elf Spielern: WM-Neuling Kap Verde bietet Ungarn Paroli

WM
Bitter fordert Absage gegen Kap Verde: "Wünsche mir, dass wir nicht spielen"
15/01/2021 AM 21:34
WM
"Dänische Dynastie": Goldene Generation um Landin gefeiert
01/02/2021 AM 13:55