"Ich liebe das Rennfahren, und deshalb werde ich in Indianapolis sein", sagt er, "weil ich dort sein muss. Die Indy 500 sind eines der größten Ereignisse im Motorsport, ich gehöre dorthin. Weil ich ein Rennfahrer bin."
Zumindest einmal will der zweimalige Formel-1-Weltmeister die 500 Meilen von Indianapolis absolvieren, es sei ein langgehegter Traum:
Ich hoffe, dass ich Dinge sehe und fühle, die mich für den Rest meines Lebens begleiten werden.
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Das älteste, härteste und vielleicht größte Autorennen der Welt feiert am Sonntag kurz nach dem Zieleinlauf der Formel 1 in Monaco seine 101. Auflage. McLaren-Honda ermöglichte Alonso diesen Schritt über den Atlantik ohne Umstände, wohl auch, um den stolzen Spanier angesichts des nicht konkurrenzfähigen Autos in der Formel 1 bei Laune zu halten.

Tradition pur in Indianapolis

Und dieser Tausch dürfte sich lohnen für Alonso, der in Indianapolis vom beachtlichen fünften Startplatz ins Rennen geht: Der Grand Prix von Monaco, das schillerndste und prestigeträchtigste Rennen der Formel 1, wirkt im Vergleich mit den Indy 500 irgendwie beschaulich.
Die Amerikaner wissen eben, wie man ein Sportereignis überhöht - und wie der Super Bowl sind auch diese 500 Meilen längst weit mehr als das. Rund 350.000 Fans bevölkerten im vergangenen Jahr den berühmten "Nudeltopf", wo seit mehr als 100 Jahren Rennsportgeschichte geschrieben wird. Alles begann 1911, damals noch auf holprigem Untergrund, die Piste bestand aus mehr als drei Millionen Ziegelsteinen.
Noch heute trägt der 2,5 Meilen lange Kurs zwar den Spitznamen "Brickyard" (Ziegelei), seit den 60er-Jahren ist er aber komplett asphaltiert - bis auf den 90 Zentimeter breiten Zielstrich. Der besteht noch immer aus Ziegeln und erinnert an die rauen Anfangszeiten.

Alonso sucht neue Herausforderung

Diesen Mythos will Alonso nun erstmals hautnah erleben, im Alter von 35 Jahren. "Es ist Zeit für etwas Neues. Eine neue Strecke, ein neues Auto, eine neue Welt", schreibt er in einer Kolumne für die Online-Plattform "The Players' Tribune":
Es ist hart, Monaco zu verpassen. Aber die Tradition in Indianapolis ist ebenfalls gewaltig. Ich kann es nicht erwarten, die Zeremonien und die Atmosphäre aufzusaugen. Hier stehe ich also, ein Veteran am Steuer, und doch ist alles brandneu für mich.
Es ist wohl auch die Suche nach neuen Herausforderungen, die Alonso nach Indiana getrieben hat. Mit drei Jahren saß er erstmals in einem Kart, es war viel zu groß, denn sein Vater hatte es eigentlich für seine ältere Schwester gebaut. Seit diesem Tag liebe er es, sagt Alonso, sich Dinge neu zu erarbeiten.
"Und eines will ich klarstellen", schließt er, "ich komme nicht für ein entspanntes Wochenende oder um Spaß zu haben. Ich bin ein Racer. Ich komme, um ein Rennen zu fahren."
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