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Halbzeit auf dem Weg nach Tokio

Halbzeit auf dem Weg nach Tokio

09/04/2019 um 16:31

Tokio ist in den kommenden 18 Monaten gleich zweimal der Nabel der Judo-Welt.

Zunächst finden im Sommer 2019 in der japanischen Hauptstadt die Weltmeisterschaften statt. Und ein Jahr später ist die Metropole Austragungsort der 32. Olympischen Sommerspiele.

Die Qualifikationsperiode für Olympia läuft schon seit April 2018 und dauert noch bis zum 30.04.2020. Während dieser Zeit können die Athleten bei diversen Wettkämpfen Punkte für die Weltrangliste sammeln. Die besten 18 Sportler pro Gewichtsklasse sowie die Nächstbesten der jeweiligen Kontinente lösen das Olympiaticket. Der Haken dabei: Pro Klasse darf nur ein Starter bzw. eine Starterin jeder Nation teilnehmen.

Mehrere spannende Entscheidungen

Zur Halbzeit des Qualifikationszeitraums zeichnen sich deshalb in einigen Wettbewerben auch spannende innerdeutsche Duelle ab. So hat in der Klasse bis 81 Kilogramm neben Zagreb-Sieger Dominic Ressel und dem WM-Dritten Alexander Wieczerzak nun auch Timo Cavelius mit seinem zweiten Rang in Tiflis Ansprüche auf das Olympiaticket angemeldet. Vieles spricht aber für den derzeitigen Weltranglisten-Dritten Ressel.

Auch in der Klasse bis 57 Kilogramm bei den Damen geht es eng zu. Neben den Zwillingsschwestern Amelie und Theresa Stoll hofft auch noch die lange verletzte Johanna Müller auf die Olympia-Teilnahme. Müller kommt dabei zugute, dass es für die Wettbewerbe der zweiten Hälfte die doppelte Punktzahl gibt. Dennoch ist Theresa Stoll aktuell aus deutscher Sicht in der Pole Position.

In der Klasse bis 78 Kilogramm hat sich Anna-Maria Wagner mit ihrem Sieg in Antalya auf Platz fünf der Weltrangliste verbessert. Wagner schlug zudem im innerdeutschen Luise Malzahn im Halbfinale in der Türkei im deutschen Duell. Dennoch hat auch Malzahn, aktuell Nummer zwölf des Rankings, noch realistische Chancen auf den Start in Tokio 2020.

Erstmals Teamwettbewerb bei Olympia

Spannend wird es auch in der Kategorie bis 70 Kilogramm, wo rein über die Rangliste gesehen mit Miriam Butkereit, Giovanna Scoccimarro und der Bronzemedaillengewinnerin von Rio de Janeiro, Laura Vargas Koch, derzeit drei Deutsche qualifiziert wären. Fast schön mit Tokio planen können Martyna Trajdos (bis 70 Kilogramm) und Eduard Trippel (bis 90 Kilogramm) die beide nicht nur zu den Top Ten der Welt gehören, sondern auch national gesehen aktuell klar die Nummer eins sind.

Aktuell als einzige Deutsche in ihrer Gewichtsklasse ebenfalls auf einer Position, die die Teilnahme in Tokio sichern würde, sind zudem der ehemalige WM-Zweite Karl-Richard Frey (bis 100 Kilogramm), Carolin Weiß (über 78 Kilogramm), Katharina Menz (bis 48 Kilogramm), Sebastian Seidl (bis 66 Kilogramm), Sven Heinle (über 100 Kilogramm), Anthony Zingg (bis 63 Kilogramm) und Moritz Plafky (bis 60 Kilogramm). Nur in der Klasse bis 52 Kilogramm bei den Damen wäre Deutschland damit derzeit nicht vertreten.

Erstmals steht in Tokio auch ein gemischter Teamwettbewerb auf dem Olympiaprogramm. Hier werden die jeweiligen Gewichtsklassen in insgesamt sechs Kategorien zusammengelegt (jeweils leichtere, mittlere und schwerere Gewichtsklassen der Frauen und Männer). Wer in jeder der sechs Kategorien mindestens einen Einzelstarter stellt, darf auch im Teamwettbewerb starten. Deutschland wäre nach derzeitigem Stand also dabei.

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