Mit einer kleinen Party stimmte sich Elisabeth Seitz auf ihre bevorstehende Flugshow am Stufenbarren ein. Die scheidende Bundestrainerin Ulla Koch hatte nach dem letzten Wettkampf ihrer 45 Jahre langen Trainerkarriere zu einer spontanen Feier im Olympischen Dorf "mit Limo und Fanta" geladen.
"Man kann ihr nur danke sagen für so viele tolle Jahre", sagte Seitz über Koch. Die deutsche Rekordmeisterin, die am Sonntag (ab 10:00 Uhr live bei Eurosport) mit Medaillenchancen im Gerätefinale am Stufenbarren startet, ließ die gemeinsame Zeit noch einmal Revue passieren: "Sie hat vieles erreicht und mit uns erreicht. Da kann sie extrem stolz auf sich sein."
16 Jahre lenkte Koch als Cheftrainerin die Geschicke bei den deutschen Turnfrauen und erlebte in dieser Zeit vier Olympische Spiele - nun ist Schluss. Das erstaunlich gute Mehrkampf-Finale am Donnerstag, in dem Seitz als starke Neunte und ihre Stuttgarter Vereinskollegin Kim Bui als 17. überzeugten, war ihr letzter Wettkampf. Seitz wird bei ihrem Einzelstart am Sonntag von ihrem Heimtrainer Robert Mai betreut.
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"Klar schwingt viel Wehmut mit", sagte Koch: "Ich fühle mich noch gar nicht so alt, aber irgendwann muss ja Schluss sein." Nun fahre sie "mit einem tollen Gefühl" nach Hause. "Ich empfinde ganz viel Dankbarkeit, dass ich hier in Tokio sein durfte und so einen Wettkampf mit zwei so tollen Athleten gehabt habe", so Koch nach ihrem persönlichen "Olympiafinale".

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Greift Seitz nach Olympia-Medaille?

Wer ihr Nachfolger wird beim Deutschen Turner-Bund (DTB), ist noch nicht bekannt. Auch ihre eigene Zukunft nach dem offiziellen Ausscheiden am 1. Oktober ließ Koch offen. "Ich lasse alles auf mich zukommen. Es gibt so viele andere schöne Sachen", sagte sie. Eine große Abschiedssause soll es im September geben.
Dann wird sicherlich auch Seitz wieder dabei sein - vielleicht sogar dekoriert mit olympischem Edelmetall. Nach Platz sechs in London und Rang vier in Rio wäre der Sprung aufs Treppchen bei ihrer dritten Olympia-Teilnahme die Krönung. Die Generalprobe im Mehrkampf verlief jedenfalls vielversprechend. "Ich habe das einfach nochmal als Training gesehen", sagte Seitz. Und dieses Training, fügte sie mit einem Grinsen an, sei "ganz gut" gewesen.
Nun werde sie, das versprach Seitz, "so gelassen wie möglich" in die Entscheidung am Sonntag gehen. Denn eines hat sie "aus der Erfahrung gelernt: Sobald ich mir Stress mache, läuft es nicht mehr."
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