Wann merkt man, dass man Olympiasieger ist? Normalerweise sofort, bei Freiwasserschwimmer Ferry Weertman dauert es jedoch ein wenig.
Gold, so zeigen die Großbildleinwände an der Copacabana zunächst, geht an den griechischen Meerwassermann Spiros Giannotis. Der schreit gleich nach dem Anschlag an der mobilen Zielbrücke auch sehr laut vor Freude. Und Weertman denkt sich: Na dann eben Zweiter. Auch schön.
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Später läuft er etwas unschlüssig durch den Zielraum. Das ist der Augenblick, in dem ein Freund zu Hause in den Niederlanden sitzt und am Fernseher sieht: Schau, der gute alte Ferry hat ja sein Handy bei sich. Zuvor hatte der Kumpel am TV-Gerät mitverfolgt, wie Weertman und nicht Giannotis zum Olympiasieger gekürt worden war.
Der Fernsehgucker weiß mehr
Entscheidung durch Fotofinish – das Ergebnis teilt der Fernsehgucker im fernen Europa dem Freund, der am Ort des Geschehens ist, via Handy mit.
Und es gibt noch mehr Telefonate mit Oranje-Land für den blonden Freiwasserkönig. “Der Ministerpräsident hat angerufen und gratuliert“, berichtet Weertman. Dabei war Hollands Chefpolitiker nicht allein:
“Im Hintergrund war zu hören, wie das ganze Parlament geklatscht hat.”
Die Nachricht vom achten niederländischen Gold in Rio hat sich eben schnell herumgesprochen in der Heimat. Schneller jedenfalls als an der Copacabana.
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