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Leichtathletik-EM in Berlin: Malaika Mihambo feiert Sieg im Weitsprung

Mit Video | "Wie in Trance": Mihambo feiert Weitsprung-Sieg bei Heim-EM
Von SID

12/08/2018 um 00:11

Die Olympiavierte Malaika Mihambo hat bei der Heim-EM in Berlin Gold im Weitsprung gewonnen und den größten Erfolg ihrer Karriere gefeiert. Die 24-Jährige kam im dritten Versuch auf 6,75 m und verwies damit Maryna Bech (Ukraine/6,73) und Shara Proctor (Großbritannien/6,70) auf die Plätze zwei und drei. Mihambo hatte bereits vor zwei Jahren in Amsterdam Bronze geholt.

Im vergangenen Jahr drohte Weitspringerin Malaika Mihambo noch das Karriereende, am Samstagabend feierte sie ausgelassen ihr Gold: Mit einem Satz auf 6,75 m krönte die nervenstarke 24-Jährige die beste Saison ihrer Karriere und holte 20 Jahre nach Heike Drechsler den EM-Titel wieder nach Deutschland.

Video - Mihambo springt zu EM-Gold: "Ich kann's immer noch nicht fassen"

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"Heute werde ich wie in Trance den Abend verbringen, realisieren werde ich das wohl erst morgen", sagte Mihambo:

"Ich habe vorher nicht über Medaillen nachgedacht, wollte nur meine Leistung ans Brett bringen."

Titelverteidigerin Ivana Spanovic (Serbien) war wegen eines Teilrisses der Achillessehne, den sie sich in der Qualifikation zugezogen hatte, nicht am Start. Die europäische Jahresbeste Lorraine Ugen (Großbritannien/6,45) wurde nur Neunte.

Drechsler glaubt an Mihambo

Bereits vor zwei Jahren hatte Mihambo bei der EM in Amsterdam Bronze gewonnen, wenig später belegte sie bei den Olympischen Spielen in Rio Platz vier. Die letzte EM-Goldmedaille einer deutschen Weitspringerin gewann Drechsler, die zwischen 1986 und 1998 viermal in Folge gewonnen hatte.

Drechsler, die in Berlin als Kampfrichterin an der Weitsprunggrube tätig war, hatte bereits im Vorfeld große Stücke auf ihre Nachfolgerin gehalten. "Wenn sie mit Selbstbewusstsein an die Sache rangeht, wird sie eine Medaille machen", hatte sie im Interview mit dem "General-Anzeiger Bonn" erklärt.

Video - Totale Dominanz: Mihambo springt allen davon

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Zunächst musste Mihambo jedoch zittern. In den ersten beiden Versuchen kam sie jeweils nur auf 6,36, das frühe Aus drohte. Doch dann zeigte sie sich im dritten Versuch nervenstark und setzte sich mit 6,75 m an die Spitze. Zwar kamen ihre Konkurrentinnen im letzten Versuch nochmal heran, übertrafen sie jedoch nicht. Sosthene Moguenara und Alexandra Wester waren in der Qualifikation ausgeschieden.

Für Mihambo war es der Lohn einer erfolgreichen Saison. Im Mai hatte sie in Weinheim mit 6,99 bereits an der Sieben-Meter-Marke gekratzt, damals verschenkte sie sogar noch 13 Zentimeter am Absprung. Anfang Juli feierte sie in Lausanne ihren ersten Sieg in der Diamond League. In diesem Jahr war sie die konstanteste deutsche Springerin.

Mihambo bangte um Karriere

Dabei hing ihre Karriere noch 2017 am seidenen Faden. Sie rutschte zu Hause auf der Treppe aus und zog sich eine komplizierte Verletzung am Fuß zu. Glücklicherweise schlug die konservative Therapie an.

Eine Operation wäre "sehr schwierig" gewesen, erklärte sie im SID-Gespräch vor der EM: "Es wäre nicht sicher gewesen, ob ich danach wieder hätte Sport machen können. Es hat sehr viel Kraft gekostet, nicht mehr zu wissen, ob man es noch schafft."

Doch die Verletzungszeit machte sie im Nachhinein stärker: "Ich betrachte meinen Sport jetzt anders. Man entwickelt eine andere Trainings- und Wettkampfmoral. Das alles hilft mir sehr", betonte Mihambo. Wie sehr, zeigte sie eindrucksvoll am Samstag.

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