Leichtathletik
Hallen-WM

Silber für Heß, Bronze für Brugger

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Dreispringer Max Heß holt Silber

Fotocredit: SID

VonSID
20/03/2016 Am 06:48 | Update 20/03/2016 Am 08:49

Dreispringer Max Heß hat bei der Hallen-WM der Leichtathleten in Portland überraschend Silber geholt. Fünf Stunden nach dem zweiten Platz seiner Chemnitzer Dreisprung-Kollegin Kristin Gierisch musste sich der 19-Jährige mit persönlicher Bestleistung von 17,14 m nur dem Chinesen Dong Bin (17,33) geschlagen geben.

Im Anschluss gewann zudem Mathias Brugger Bronze im Siebenkampf um sicherte dem jungen Team des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV) die dritte Medaille. Damit egalisierte der DLV das Ergebnis der Hallen-WM 2014 in Sopot (dreimal Silber), damals waren allerdings die deutschen Topstars wie die Kugelstoßer David Storl und Christina Schwanitz am Start.

Heß sprang mit 17,14 m im vierten Durchgang auf den Silberplatz vor und bestätigte diese Weite noch einmal im letzten Versuch. Lediglich der Chinese Dong war nicht zu gefährden, dessen beste drei Versuche hätten jeweils zum Sieg gereicht. "Unbeschreiblich! Ich hätte nie gedacht, dass es hier Silber wird", sagte Heß.

Hallen-WM

Dreispringerin Gierisch holt Silber bei Hallen-WM

19/03/2016 AM 21:22

Youngster Heß sicherte sich Silber vor prominenter Konkurrenz: Frankreichs Europameister Benjamin Compaoré (17,09) holte Bronze vor Peking-Olympiasieger Nelson Evora (Portugal/16,89) und dem WM-Vierten Omar Craddock (USA/16,87). Heß ist damit bester deutscher Dreispringer in der Halle seit Charles Friedek, der 2000 17,28 m sprang, nachdem er ein Jahr zuvor in Maebashi Hallen-Weltmeister geworden war.

Am Mittag hatte Gierisch, die wie Heß in der Chemnitzer Gruppe von Harry Marusch trainiert, die erste Medaille für das 14-köpfige deutsche Rumpfteam geholt. Die 25-Jährige sprang im fünften Versuch auf 14,30 m und lag damit nur hinter der Venezolanerin Yulimar Rojas (14,41). Bronze holte sich die Griechin Paraskevi Papahristou (14,15).

Brugger rettet Bronze

In einem packenden Siebenkampf rettete Brugger als Zweiter des abschließenden 1000-m-Rennens Bronze mit acht Punkten Vorsprung auf Laufsieger Curtis Beach (USA) ins Ziel und feierte den mit Abstand größten Erfolg seiner Karriere. Zehnkampf-Weltrekordler Ashton Eaton (USA) wurde mit 6470 Punkten ungefährdet Weltmeister vor dem Ukrainer Alexej Kasjanow (6182) und Brugger (6126). Dessen Ulmer Teamkollege Tim Nowak (5832) wurde Siebter.

Sprinterin Tatjana Pinto schied hingegen in Portland bereits im 60-m-Halbfinale in mäßigen 7,22 Sekunden aus, bei der DM Ende Februar hatte Pinto in 7,07 gesiegt. Weltmeisterin wurde die Amerikanerin Barbara Pierre (7,02) vor der niederländischen Favoritin Dafne Schippers (7,02) und Elaine Thompson aus Jamaika (7,06).

Wester nur Sechste

Weitspringerin Alexandra Wester blieb ohne Medaille. Die 21 Jahre alte Kölnerin kam beim Sieg der amerikanischen Olympiasiegerin Brittney Reese nicht über Platz sechs und 6,67 m hinaus. Reese triumphierte in einem hochklassigen Wettbewerb mit herausragenden 7,22 m vor der Serbin Ivana Spanovic (7,07) und der Britin Lorraine Ugen (6,93). Xenia Stolz wurde Zwölfte (6,37).

Im Kugelstoßen kam Tobias Dahm beim überlegenen Sieg des Neuseeländers Tomas Walsh (21,78 m) mit 20,22 auf Platz acht. Das Sprint-Finale über 60 m gewann US-Ausnahmetalent Trayvon Bromell (20) in 6,47 Sekunden vor dem früheren 100-m-Weltrekordler Asafa Powell (Jamaika/6,50) und Ramon Gittens aus Barbados (6,51). Powell war in der ersten Runde und im Halbfinale in 6,44 Sekunden jeweils Jahresweltbestzeit gelaufen, verkrampfte dann aber in Finale.

Fünfkampf-Gold für Theisen-Eaton

Im Fünfkampf sicherte sich die Kanadierin Brianne Theisen-Eaton, Siebenkampf-Vizeweltmeisterin von Peking, mit 4881 Punkten Gold. Ihren Titel im 60-m-Hürdensprint verteidigte die Amerikanerin Nia Ali (7,81 Sekunden) in einem Herzschlagfinale vor ihrer Landsfrau Brianna Rollins (7,82) erfolgreich.

Aufsteigerin Wester, die sich in dieser Saison um 36 Zentimeter auf 6,95 m verbessert hatte und damit als Nummer eins der Welt zu den Titelkämpfen nach Oregon gereist war, bewies Nervenstärke und vermied im dritten und letzten Versuch mit ihrer späteren Endweite ein vorzeitiges Aus. In den Medaillenkampf konnte Wester bei ihrem ersten Einsatz im Nationaltrikot aber nicht mehr eingreifen.

Im sechsten und entscheidenden Versuch, der nur noch den vier besten Springerinnen vorbehalten war, fing die 29 Jahre alte Reese die bis dahin führende Spanovic noch mit einem Traumsprung ab. Weiter flogen unter dem Hallendach bislang nur Weltrekordlerin Heike Drechsler (Bestweite 7,37/1988) die Russin Galina Tschistjakowa (7,30/1989), die mit im Freien erzielten 7,52 m beste Weitspringerin der Geschichte ist, sowie Reese selbst bei ihrem WM-Erfolg 2012 in Istanbul (7,23).

Für Reese war es der insgesamt fünfte Weltmeister-Titel, dreimal hat sich Gold im Freien gewonnen (2009, 2011, 2013).

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