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Krause stürmt beim ISTAF zum Weltrekord

Krause stürmt beim ISTAF zum Weltrekord
Von Eurosport

01/09/2019 um 18:22Aktualisiert 01/09/2019 um 18:26

Hindernis-Europameisterin Gesa Felicitas Krause hat drei Tage nach ihrem deutschen Rekord in Zürich für ein weiteres Highlight gesorgt. Beim ISTAF in Berlin gewann die 27-Jährige über die unüblichen 2000 m in der Weltrekord-Zeit von 5:52,80 Minuten. Die alte Bestmarke hielt die Russin Gulnara Samitowa, die 2004 handgestoppte 5:59,4 gelaufen war.

Als Gesa Felicitas Krause die Menge mit ihrem nächsten Coup zum Kochen brachte, war Christoph Harting nach einem Wettkampf zum Vergessen bereits aus dem Berliner Olympiastadion geschlichen. Während der Diskus-Olympiasieger die Leichtathletik-Party beim ISTAF auf dem letzten Platz verlassen musste, brannte Laufwunder Krause einen Weltrekord über die unüblichen 2000 m Hindernis in die blaue Bahn.

    Auch Speerwerfer Johannes Vetter, Weitspringerin Malaika Mihambo und die Sprint-Staffel liefen bei der Generalprobe für die WM in Dota/Katar (27. September bis 6. Oktober) zu starker Form auf.

    Krause deklassierte die Konkurrenz in 5:52,80 Minuten - nie war eine Frau schneller in einem Rennen über selten gelaufene Kurzdistanz, lediglich die Kenianerin Beatrice Chepkoech bei ihrer Durchgangszeit auf dem Weg zum Weltrekord über 3000 m Hindernis ein wenig schneller gewesen.

    Unter tosendem Jubel der 40.500 Zuschauer konnte Krause es nicht fassen. "Ich bin richtig beflügelt und konnte gar nicht aufhören zu laufen. Das ist einfach nur unglaublich. Ich bin sprachlos", sagte der 27-Jährige nach dem Rennen. Schon am Donnerstag hatte Krause beim Diamond-League-Finale in Zürich den deutschen Rekord über die angestammten 3000 m auf 9:07,51 Minuten verbessert.

    Aufsteigende Form bei Vetter

    Für die WM ist Krause nun äußert zuversichtlich. Sie sagte:

    "Die Form ist auf jeden Fall da. Jetzt ist das Wichtige, dass ich mir keine Verletzung reinarbeite. Und dann hoffe ich, dass ich das, was sich jetzt hier andeutet, in Doha abrufen kann."

    Ebenfalls aufsteigende Form zeigte Speerwurf-Ass Johannes Vetter in Berlin. Mit 85,40 m verwies er als Tagessieger den deutschen Meister Andreas Hofmann (Mannheim/82,16 m) sowie Olympiasieger und Europameister Thomas Röhler (Jena/80,33 m) auf die Plätze drei und fünf. Vetter hatte sich in der laufenden Saison mit Rückenproblemen, Beschwerden mit dem Fuß und eine Adduktorenverletzung herumgeplagt, darf aber nun aufatmen.

    Harting jedoch musste sich nach drei Versuchen, der beste flog auf 60,06 m, vorzeitig verabschieden. Der neunte und letzte Platz stand zu Buche, bester Deutscher war beim Sieg des Polen Piotr Malachowski (65,17 m) David Wrobel (Magdeburg/63,43 m) als Dritter. Harting, 2016 bei den Sommerspielen in Rio noch Goldmedaillengewinner, hatte bereits zuvor gesagt, dass ihm ein WM-Start nicht unbedingt wichtig sei. Bislang hatte er noch im Aufgebot des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) gefehlt und befand sich ohnehin mit jenem im Clinch. Obwohl der 29-Jährige die WM-Norm schon geworfen hatte.

    Lückenkemper zeigt "solides Rennen"

    Luft nach oben sah derweil Sprint-Hoffnung und Vize-Europameisterin Gina Lückenkemper, die beim ISTAF über die 100 m in ihrem Lauf in 11,15 Sekunden nur auf Rang vier gekommen war. Immerhin verpasste sie ihre Saisonbestleistung nur um eine Hundertstelsekunde. "Es war ein solides Rennen, aber da geht noch mehr. Ich hatte einige Fehler im Mittelteil. Es bleibt noch ein bisschen Arbeit bis zur WM", sagte Lückenkemper. Mit der 4x-100m-Staffel lief Lückenkemper später in überragenden 41,67 Sekunden Weltjahresbestleistung.

    Das starke deutsche Gesamtergebnis rundeten Weitsprung-Europameisterin Malaika Mihambo und Top-Hochspringer Mateusz Przybylko ab. Mihambo trat zwar nur zweimal zum langen Satz in die Sandgrube an, sprang jedoch einmal auf 6,99 m - es reichte zum Sieg im Schongang. Europameister Przybylko egalisierte derweil am Ort seines bislang größten Erfolges seine Saisonbestleistung von 2,30 m.

    (SID)

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