Die langwierigen Knieprobleme gehören der Vergangenheit an, der Anfang Februar geborene Sohn Jaro Phil gibt zusätzlich Rückenwind: Europameister David Storl geht bei der Hallen-EM in Belgrad als Titelverteidiger und Favorit in den Kugelstoß-Ring.
Der 26-Jährige, der am Samstag (Finale: 19.20 Uhr live auf Eurosport) wie vor zwei Jahren Gold gewinnen will, sagte:
Wenn die Technik stimmt, kann es weit gehen
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02/03/2017 UM 13:14

Verletzung überwunden

Zumal inzwischen auch wieder die Patellasehne mitspielt.
"Das Knie ist super. Im Wettkampf stört mich gar nichts. Es ist noch ein bisschen schwierig, richtig auf die Stöße draufzugehen, das verhindert ein bisschen die großen Weiten", sagte Storl nach seinem Sieg bei den deutschen Hallen-Meisterschaften in Leipzig. "Das Wichtigste ist, dass er gesund ist. Entscheidend ist, dass er wieder schmerzfrei trainieren kann", sagte DLV-Cheftrainer Idriss Gonschinska.

Die Weite stimmt

Storls Leistungen können sich bisher sehen lassen. 21,31 Meter stehen für ihn trotz noch nicht ganz perfekter Technik zu Buche. Gestoßen an einem Tag, den er nicht vergessen wird.
Am 5. Februar um 1.00 Uhr in der Nacht kam sein Sohn auf die Welt, nach nur vier Stunden Schlaf trat Storl beim Meeting in Rochlitz an - und gewann mit der besten Weite des Jahres.
So ist auch die Ausgangslage für Belgrad klar: Storl entscheidet, wer den Titel gewinnt. Sollte der einzige deutsche Titelverteidiger in Belgrad seine Form abrufen, wird er den Wettkampf höchstwahrscheinlich gewinnen.
So wie schon so oft zuvor, obwohl man sich manchmal in Erinnerung rufen muss, dass Storl erst 26 Jahre alt ist. Seit 2011 holte er bei elf großen Meisterschaften sechsmal Gold und fünfmal Silber - im vergangenen Sommer wurde er als erster Kugelstoßer überhaupt zum dritten Mal Freiluft-Europameister. Dazu kommen zwei Weltmeistertitel und Olympiasilber in London. Nur drei Zentimeter trennten ihn damals von Gold.

Nur nicht wie in Rio

Doch ausgerechnet bei den Olympischen Spielen in Rio lief es so gar nicht für den Leipziger. 20,64 m und Platz sieben: eine Enttäuschung. Doch der Trainings- und Wettkampfrückstand durch die chronischen Knie-Beschwerden war zu groß.
Nach einer Knie-OP ließ er die Hallensaison im vergangenen Jahr aus. Storl konnte nur selten so, wie er wollte. Erst die Zusammenarbeit mit Ex-Bayern-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt brachte die gewünschte Linderung.
Und Sohn Jaro Phil zusätzlich privates Glück. Storl sagte: "Die Rolle, die ich jetzt habe, genieße ich schon sehr. Man kommt nach Hause, hat 'ne super Aufgabe. Es motiviert mich eher, als dass es anstrengend ist."
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