Leichtathletik
Leichtathletik-WM

"Besser, es nochmal zu machen": Gefeierter Barshim nimmt Medaillen-Farce mit Humor

Teilen mit
Kopieren
Diesen Artikel teilen

Der Hochsprung-Weltmeister Barshim wird gefeiert

Fotocredit: Getty Images

VonEurosport
05/10/2019 Am 17:15 | Update 05/10/2019 Am 17:36

Hochspringer Mutaz Essa Barshim hat Katar das erste Gold bei der WM beschert. Und die Fans in Doha bewiesen, dass sie durchaus für Stimmung sorgen können - die "Siegerehrung" wurde dann aber zur Farce. Wegen angeblicher technischer Probleme wurde diese wieder abgebrochen. Auf dem Weg zum heimischen WM-Titel hätte Barshim aber beinahe sein eigener Ehrgeiz gestoppt.

Selbst der Emir freute sich hinterher wie ein kleines Kind. "Er war sehr aufgeregt und sehr glücklich", berichtete Mutaz Essa Barshim, Katars Hochsprung-Held, nachdem ihm Scheich Tamim bin Hamad Al Thani zu seinem WM-Gold gratuliert hatte:

Er sagte: 'Gut gemacht'. Er ist wirklich glücklich und stolz, weil ich geliefert habe, was er wollte.
Leichtathletik-WM

Deutsche Sprintstaffel kämpft sich ins Finale

04/10/2019 AM 20:32

Und wie ganz Katar dieses Gold wollte, ließ sich am Freitagabend im Khalifa-Stadion beobachten. Die Arena war so gut gefüllt wie noch nie bei diesen Leichtathletik-Titelkämpfen, die Fans rasteten bei jedem Sprung Barshims förmlich aus und brüllten ihn zum Titel.

Siegerehrung wird abgebrochen

"Ich konnte in ihren Augen sehen, wie begeistert sie waren und wie viel Freude sie hatten", sagte Barshim, nachdem er über 2,37 m geflogen war und wie 2017 Gold geholt hatte: "Das bedeutet alles für mich."

Doch nach dem kleinen Stimmungshoch von Doha leerte sich das Stadion auch schnell wieder. Als Barshim später am Abend die Goldmedaille überreicht werden und erstmals bei dieser WM Katars Hymne erklingen sollte, war fast schon keiner mehr im Stadion. Barshim stand oben auf dem Podium im Rampenlicht, vor ihm die leeren Ränge. Dann gingen die Lichter, die auf den 28-Jährigen gerichtet waren, aus.

Fünf, sechs Minuten passierte gar nichts, ehe Barshim und die beiden anderen als neutrale Athleten startenden Medaillengewinner Michail Akimenko und Ilja Iwanjuk wieder in die Katakomben geschickt wurden. Die Zeremonie wurde auf Samstag verschoben, angeblich hatte es laut Veranstalter technische Probleme mit der Tonanlage gegeben.

Barshim nahm es hinterher mit Humor. "Es ist immer großartig, auf einem Weltmeisterschaftspodium zu stehen", sagte er grinsend: "Aber ja, es ist besser, es noch einmal zu machen." Und am Samstag lief dann auch alles nach Plan, die Hymne erklang - und rund 15.000 Zuschauer jubelten.

  • Farce bei Hochsprung-Siegerehrung: Alle Zuschauer schon weg

Bänderriss warf Barshim zurück

Barshims Laune konnte nichts verderben, schließlich kam die Goldmedaille überraschend. Im Juli 2018 hatte er sich einen Bänderriss im Knöchel zugezogen. "Das hätte das Ende meiner Karriere bedeuten können", sagte Barshim, der erst im April wieder mit richtigem Training beginnen konnte.

Doch eine Heim-WM ist eben eine Heim-WM, da werden schon einmal unbekannte Kräfte frei. "Ich war noch nicht zu 100 Prozent bereit", sagte Barshim, Sohn sudanesischer Einwanderer. Aber als er die johlende Menge sah, wusste der Lulatsch:

Und wenn sie mich mit dem Rollstuhl oder dem Krankenwagen rausfahren müssen, ich werde alles geben, was ich habe.

Und tatsächlich trug ihn die Menge dann zum Erfolg, fast wäre der Traum ja geplatzt. Bei 2,33 m brauchte Barshim drei Versuche - 2,35 und 2,37 m überquerte er dann wieder scheinbar ohne Mühe.

Nach Bronze in London und Silber in Rio träumt er nun vom Olympia-Gold in Tokio nächstes Jahr. Aber zuerst wolle Barshim jetzt "fett" werden, so "viel wie möglich essen und Urlaub machen".

(SID)

Leichtathletik-WM

Muhammad bricht Hürden-Weltrekord

04/10/2019 AM 18:50
Leichtathletik-WM

Olympiagold und Weltrekord: Kaul kann alles erreichen

04/10/2019 AM 17:13
Ähnliche Themen
LeichtathletikLeichtathletik-WM
Teilen mit
Kopieren
Diesen Artikel teilen