Der Druck nach der vierjährigen Dopingsperre gegen den bisherigen Cheftrainer Alberto Salazar sowie Berichten über dubiose Praktiken wurde zu groß.

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"Die Situation und die unbegründeten Behauptungen lenken viele Athleten ab und beeinträchtigen sie dabei, sich auf ihre Trainings- und Wettkampfbedürfnisse zu konzentrieren", begründete Nike-Geschäftsführer Mark Parker den schwerwiegenden Beschluss:

Ich habe daher die Entscheidung getroffen, das Oregon Project zu beenden.

Klosterhalfen kündigte an, Gespräche mit dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) und Nike zu führen. "Ich werde mich mit meinem Team besprechen und dann auch entsprechend Gespräche mit Nike und dem DLV aufnehmen, um für mich und meine sportliche Entwicklung und Zukunft die bestmögliche Entscheidung zu treffen", erklärte die 22-Jährige am Freitag.

Doping-Experte kritisiert Klosterhalfen

Es ist nicht ausgeschlossen, dass sie in Oregon bleibt und die Zusammenarbeit mit ihrem Trainer Pete Julian fortsetzt. Klosterhalfen, die bei der WM in Doha zu Bronze über 5000 m gelaufen war, gehörte dem NOP in Portland offiziell erst seit April an.

Konstanze Klosterhalfen jubelt nach Bronze über 5000 Meter | WM Doha 2019

Fotocredit: Getty Images

DLV-Präsident Jürgen Kessing betonte, dass er das Ende des Projekts als "eine folgerichtige Entscheidung im Sinne der Athleten und des Sports" wahrnimmt. Klosterhalfen betonte am Freitag, sie könne die Schließung "komplett nachvollziehen", auch wenn sie über das Team, die anderen Mitglieder und ihren Trainer Julian "nur Positives berichten" könne und sich daher "komplett von allen Verdachtsmomenten frei machen" könne.

Die Ausnahmeläuferin hatte darauf verwiesen, dass die Vorwürfe gegen das Project einen Zeitraum (2010 bis 2014) betreffen, in dem sie noch gar nicht beim NOP war. Unter Gründungsvater Salazar, der das Konstrukt zum Einstürzen brachte, hat sie selbst nicht trainiert.

Kritisiert wird Klosterhalfen von Fritz Sörgel. Sie hatte "die Chance, sich zu distanzieren, als Salazar gesperrt worden ist", sagte der Nürnberger Doping-Experte der Funke-Mediengruppe, "das hat sie nicht getan. Im Gegenteil: Sie hat sich für das System ausgesprochen. Sie kann sich nun gar nicht mehr distanzieren. Diesen Moment hat sie verpasst. Es wäre völlig unglaubwürdig."

War Nike-Spitze in Affäre involviert?

Salazar war am 1. Oktober wegen Verstößen gegen die Anti-Doping-Regeln von der US-Anti-Doping-Behörde USADA gesperrt worden. "Das Oregon Project hat niemals Doping geduldet und wird es niemals dulden", sagte Salazar danach: "Ich werde Einspruch einlegen und nach vorne blicken." Parker kündigte nun an, dem umstrittenen Coach weiter beistehen zu wollen.

Das überrascht nur bedingt, legten doch Berichte nahe, dass die Spitze von Nike in die Affäre verstrickt gewesen sein könnte. Laut des Wall Street Journals sei ein Versuch, ob der Gebrauch von Testosteroncreme zu einem positiven Dopingtest führe, auf dem Gelände des Nike-Hauptquartiers durchgeführt worden. Per Mail soll Parker involviert gewesen sein.

Der größte Star des 2001 gegründeten Oregon Projects war der zweimalige Doppel-Olympiasieger über 5000 und 10.0000 m, der Brite Mo Farah. Er hatte das NOP 2017 verlassen und stets beteuert, keine leistungssteigernden Mittel zu sich genommen zu haben.

Doch die Zweifel am NOP wurden zuletzt immer größer und brachten das System schließlich zum Einsturz. Nike kündigte an, seine Athleten in dem Umbruch unterstützen zu wollen. Klosterhalfen will an Nike festhalten. Sie erklärte am Freitag:

Nike hat mich in den vergangenen Jahren immer unterstützt und meinen Weg stets mitbegleitet, so wie es auch in Zukunft der Fall sein wird.

(SID)

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