Großer Name, klare Vorstellung: Britta Dassler ist trotz der Pandemie-Sorgen fest davon überzeugt, dass die Olympischen Spiele in Tokio stattfinden und setzt sich für eine rechtzeitige Impfung der deutschen Athleten vor den Sommerspielen (23. Juli bis 8. August) ein. Die Sportpolitikerin der FDP, durch die Familie mit dem großen Sport verbunden, sieht sich als Kämpferin für die Athleten.
"Ich glaube, dass alle Athleten in Tokio geimpft sein müssen, damit sie sich voll und ganz auf ihren Einsatz bei den Olympischen Spielen konzentrieren können und sich nicht ständig fragen müssen, stecke ich mich an", sagte Dassler, Sprecherin der FDP im Sportausschuss des Deutschen Bundestages, im Interview mit dem "SID".
Dassler will keine generelle Sonderrolle für den Sport bei der Impfung, fordert aber für die deutschen Tokio-Fahrer einen möglichst großen Schutz. "Diese Sportler repräsentieren unser Land, deshalb müssen wir sie nach Kräften unterstützen."
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Wichtig sei dann auch, dass das Impfprogramm rechtzeitig einsetze. Knapp vier Monate vor dem Start in Tokio habe man nicht mehr viel Zeit. "Spätestens Ende Mai muss mit dem Impfen gestartet werden", sagte Dassler. Derzeit werde in der Politik darüber diskutiert, ob der Bund die Kosten für die Impfungen übernehme.

Rudolf und Adi Dassler prägen Sportgeschichte

Dassler sitzt seit der laufenden Legislaturperiode für die FDP im Bundestag und bringt einen großen Namen mit. Die Brüder Rudolf und Adi Dassler haben mit ihrem legendären Streit und den Firmengründungen der Weltmarken Puma und adidas auch Sportgeschichte mitgeprägt, wie zerstritten die beiden Lager sind, bekam Britta Dassler zu spüren, als sie den Enkel von Rudolf Dassler heiratete.
"Obwohl ich der Puma-Seite angehöre, trage ich beim Sport auch Sachen von adidas. Das habe ich auch meinem Schwiegervater gesagt", erzählt die Sparkassenbetriebswirtin aus Herzogenaurach. Der Schwiegervater habe kurz den Kopf auf die Seite gelegt, sei aber froh gewesen, dass sie ansonsten in der Freizeit "andere Kleidung" trage.
Dass gerade die adidas-Seite mit Adi Dassler an der Spitze im weltweiten Sportsystem als Begründer des Sport-Lobbyismus gilt, hat sie aus nächster Nähe nicht mehr mitbekommen.

Dassler "Bachs Job ist ein Ritt auf der Rasierklinge"

"Was Adi Dassler genau in Sachen Lobbyismus gemacht hat, weiß ich nicht. Ich habe ihn persönlich nicht mehr kennengelernt", sagt die Mutter von zwei Söhnen über den adidas-Gründer, der im Jahr 1978 verstarb.
Engeren Kontakt zu IOC-Präsident Thomas Bach, der im Nachbarort wohnte und dessen Frau Dasslers Kinder am Gymnasium im Fach Musik unterrichtete, hat Britta Dassler nach eigener Aussage nicht.
Dennoch schätzt sie die Arbeit des Unterfranken als IOC-Präsident: "Wenn man Präsident des IOC ist, ist der Job ein Ritt auf der Rasierklinge. Man muss vielen Seiten gleichzeitig gerecht werden."
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(SID)

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