Damit wird Miller zum morgigen Trainingsauftakt erstmals seit dem Unfall wieder auf seinem MotoGP-Bike Platz nehmen.
Dabei gibt der 22-Jährige zu, dass seine frühzeitige Rückkehr nicht von ungefähr kommt. Zum einen wolle er seinen Heim-Grand-Prix natürlich nicht verpassen. Zum anderen habe auch Valentino Rossis Blitz-Comeback in Aragon nach dessen Beinbruch einen gewissen Einfluss gehabt. "Das hat den Druck auf jeden Fall erhöht", so Miller. "Ich bekam direkt danach ein Mitteilung von Chad Reed, der meinte: Du hast 22 Tage, um in die Top 5 zu fahren."
Doch der Australier stellt klar:
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Yamaha hofft weiter auf WM-Titel: "Meisterschaft ist noch nicht vorbei"
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Ich tue das in erster Linie für mein Team und für mich getan, um die Saison stark zu beenden. Mein Hauptziel war es, so schnell wie möglich zurückzukommen. Ich versuchte es, bis Motegi zu schaffen. Das war nicht möglich. Aber dieses Rennen konnte ich auf keinen Fall verpassen.
Die Entscheidung, den Großen Preis von Japan am vergangenen Wochenende auszulassen, sei eine bewusste gewesen.

Vom Heimtrainer auf die Piste: Miller will's wissen

Miller, der akribisch auf seine Rückkehr hinarbeitete, erklärt:

Ich hätte es vielleicht nach Japan geschafft. Aber mit den drei aufeinanderfolgenden Rennen wäre die Zeit zum Erholen zwischendurch einfach zu knapp gewesen. Also entschieden wir uns, Motegi auszulassen und stattdessen hier und in Malaysia an den Start zu gehen
Nur drei Tage nach seiner OP habe er schon wieder auf einem Turbotrainer gesessen und Kilometer abgespult.
In der vergangenen Woche sei er dann zu Hause in Townsville mit dem Fahrrad rausgegangen. "Darauf bin ich 230 Kilometer gefahren. Das ist nicht schlecht, auch wenn es in Townsville eher flach ist", resümiert der 22-Jährige. Beweglich und belastbar ist sein Bein also wieder, aber wird das auch für ein MotoGP-Rennwochenende reichen? "Das ist schwer zu sagen, bevor man auf dem Motorrad sitzt, hinsichtlich der Flexbilität", räumt Miller ein.
Doch der Marc-VDS-Pilot bleibt optimistisch, auch wenn er weiß, dass es auf Phillip Island ein langes Rennen werden wird: "Ich saß auf dem Bike während eines Pre-Events gestern und es fühlte sich gut an. Mein Knie ist beweglich und ich kann es belasten. Ich denke, die Verletzung sollte uns keine allzu großen Sorgen bereiten." Extra-Motivation dürfte ihm ohnehin die Tatsache verschaffen, sein Comeback vor heimischen Fans feiern zu können.

Miller zur WM: Marquez und Dovizioso auf Augenhöhe

"Es ist ein großartiges Rennen, das ich sehr genieße. Die Fans sind verrückt, das Wetter auch", freut er sich auf ein spannendes Wochenende. Gegen Regen, und danach sieht es momentan aus, hätte der Australier nichts einzuwenden. "Weil die Strecke so offen liegt, ist der Wind oft sehr stark. Das Layout an sich ist eines der besten. Du hast von allem etwas, langsame Kurven, schnelle Kurven. Es ist eine Allround-Fahrerstrecke", sagt Miller weiter.
Der 22-Jährige kann auf seine Heimstrecke auf einige Erfolgserlebnisse zurückblicken: "Da gab es den Moto3-Sieg und dann den Sieg in der Open Class 2015. Im vergangenen Jahr wurde ich Zehnter und war nah dran an einer Top-6-Platzierung. Es war ein gutes Jahr und auch diesmal fühle ich mich trotz der Verletzung stark. Daher denke ich, dass wir vielleicht in der Lage sein werden, einen noch besseren Job zu machen."
Was den WM-Kampf zwischen Honda-Kollege Marc Marquez und Andrea Dovizioso (Ducati) angeht, sieht Miller ein Kopf-an-Kopf-Rennen. "Marc ist in einer unglaublichen Form. Aber ich glaube, Dovi an diesem Wochenende wieder mit von der Partie sein wird", prognostiziert er. "Seine Performance am vergangenen Wochenende hat gezeigt, dass er wirklich um die WM kämpft. Cal (Crutchlow; Anm d. R.) ist hier auch immer stark."
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