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MotoGP: Stefan Bradl ersetzt Franco Morbidelli am Sachsenring - "Große Überraschung"

"Große Überraschung": Bradl feiert MotoGP-Comeback am Sachsenring

13/07/2018 um 19:27

Stefan Bradl kommt beim Großen Preis von Deutschland auf dem Sachsenring unverhofft zu seinem MotoGP-Comeback. Der Zahlinger ersetzt bei Marc VDS ab dem zweiten Freien Training den Italiener Franco Morbidelli. Das gab der Honda-Rennstall bekannt. Bradl war als Experte für den Sender "ServusTV" an der Strecke und sprang spontan für Morbidelli ein, der nach einem Sturz in Assen ausfällt.

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Stefan Bradl hat ausgerechnet beim Heimrennen auf dem Sachsenring ein überraschendes MotoGP-Comeback gegeben. Der Deutsche übernahm ab dem zweiten Freien Training die Marc-VDS-Honda von Franco Morbidelli.

Vor knapp zwei Wochen hatte sich der Italiener in Assen bei einem Sturz den dritten Mittelhandknochen der linken Hand gebrochen. Obwohl er am Donnerstag von den Streckenärzten die Startfreigabe für den Sachsenring erhalten hat, verzichtete Morbidelli nach FP1 auf die weitere Teilnahme.

Bradl erfährt kurzfristig von seinem Einsatz

"Ich wünsche Franco das Beste und bin mir sicher, dass er in Brünn wieder fahren kann", sagt Bradl über seinen Kollegen. Als Honda-Testfahrer stand er auf Abruf bereit. "HRC hat mich vergangene Woche angerufen und gefragt, ob es die Möglichkeit gibt und ich bereit wäre. Ich habe zugesagt, weil ich ohnehin da bin. Nach FP1 hat mich Alberto (Puig; Anm. d. Red.) angerufen und mir gesagt, dass ich auf das Bike springen kann. Es war eine kurzfristige Entscheidung und ist eine große Überraschung."

Bradl hatte sein Equipement vorsorglich an den Sachsenring gebracht.

"Jetzt musste ich nur meine Tasche aus dem Auto holen. Nun müssen wir im Team alles organisieren. Den Crew-Chief (Diego Gubellini; Anm. d. Red.) kenne ich von Aprilia und mit einigen HRC-Technikern habe ich zuletzt schon zusammengearbeitet. Die Voraussetzungen sind also nicht so schlecht. Weil ich die Leute recht gut kenne, habe ich mir gesagt, dass ich nichts zu verlieren habe. Ich versuche es zu genießen. Wichtig ist, dass ich für HRC eine gute Arbeit abliefere."

Einfach wird die Aufgabe nicht, denn Bradl testete zuletzt für Honda Ende März in Jerez de la Frontera. Allerdings saß er damals auf einem aktuellen Prototyp. Das Kundenteam Marc VDS verwendet die Maschine aus dem Vorjahr. "Ich kenne das 2017er-Motorrad nicht, weil ich nur das 2018er-Motorrad gefahren bin", bestätigt der Deutsche auf Nachfrage von "Motorsport-Total.com". Deswegen muss in kurzer Zeit eine Basisabstimmung gefunden werden.

Bradl: "Nicht Superman spielen"

"Wir werden bei der Abstimmung einen Kompromiss finden und rumrollen. Ich werde nicht Superman spielen und versuchen irgendetwas zu reißen", hält Bradl fest. "Ich darf keinen Blödsinn machen, möchte es genießen und wenn es geht, Performance abliefern. Aber wie gesagt, für mich ist wichtig, das Motorrad wieder kennenzulernen." Am Freitag standen ihm in FP2 lediglich 45 Minuten zur Verfügung.

Sein bestes MotoGP-Ergebnis auf dem Sachsenring war der vierte Platz 2013. Im folgenden Jahr qualifizierte sich Bradl als Dritter in der ersten Startreihe. Nun wird es sein erster MotoGP-Start seit dem Saisonfinale in Valencia 2016 und sein erstes Rennen seit der Superbike-WM in Portimao im Vorjahr sein.

Bradl, Moto2-Champion von 2011, war als Honda-Testfahrer die logische Wahl für den frei gewordenen Platz. Der 28-Jährige hätte eigentlich erst am 5. August in Brünn mit einer Wildcard für Honda starten sollen, auch beim Rennen in San Marino (9. September) wird er fahren. Nun ist der Bayer früher als gedacht wieder in der Königsklasse dabei.

Bradl ist seit diesem Jahr Testfahrer bei den Japanern. Der siebenmalige Grand-Prix-Sieger hatte die MotoGP Ende 2016 nach fünf Jahren verlassen und war in die Superbike-WM gewechselt. In dieser Saison ist Bradl sonst in keiner Rennserie unterwegs.

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