Valentino Rossi humpelte angeschlagen durch die Box und wurde von seinem Team ordentlich gefeiert. Nur 24 Tage nach einem Schien- und Wadenbeinbruch trotzte der MotoGP-Superstar beim Großen Preis von Aragonien in Alcaniz den Schmerzen und fuhr auf einen hervorragenden fünften Platz.
Jonas Folger (Mühldorf am Inn) musste sich nach seinem schweren Sturz am Samstag mit dem 16. Rang begnügen.
Grand Prix von Aragón
Gelungenes Comeback für Rossi in Aragón
22/09/2017 AM 09:09
Rossi, der zu Beginn gut mithalten konnte und lange einen Podiumsplatz im Visier hatte, musste am Ende der großen Hitze sowie der Renndauer Tribut zollen.
Der Sieg ging an Titelverteidiger Marc Márquez aus Spanien vor Dani Pedrosa (beide Honda) und dem lange führenden Jorge Lorenzo (Ducati). Auch Rossis Teamkollege Maverick Viñales (alle Spanien) zog noch vorbei.

Lorenzo: "Es war enger als je zuvor"

Der 38-jährige Rossi war am 31. August im Motocross-Training gestürzt und Stunden später in Ancona am rechten Unterschenkel operiert worden. Nur 18 Tage danach absolvierte der Italiener in Misano bereits wieder einige Testrunden.
Am vergangenen Donnerstag gaben die Rennärzte in Alcañiz dann grünes Licht für einen Start. Durch das Blitz-Comeback verpasste "Doctor" Rossi lediglich ein Rennen.

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In der WM-Wertung rutschte er mit 168 Punkten auf den fünften Rang ab und hat nach 14 von insgesamt 18 Rennen nun 56 Zähler Rückstand auf Spitzenreiter Márquez (224).

Márquez: Trotz "schlechtem Gefühl" zum Sieg

Unterdessen kam Jonas Folger nach einer schlechten Startphase nicht über Platz 16 hinaus und verpassste den Sprung in die Punkteränge. Am Samstag war der 24-Jährige bei einem Sturz mit dem Hals gegen den Windschutz seiner Maschine geknallt und hatte sich Prellungen am Kehlkopf zugezogen.
In der WM-Wertung ist Folger mit 84 Punkten Zehnter.

Pedrosa: "Ich bin sehr stolz auf mein Team"

Moto2-Pilot Marcel Schrötter musste bei seinem Comeback nach seiner schweren Handverletzung hingegen unter Tränen aufgeben. Die Schmerzen am gebrochenen Kahnbein waren einfach zu stark.
Die lädierte linke Hand war trotz einer individuell angefertigten Manschette blau angelaufen, nach 15 von 21 Runden stellte der Suter-Pilot seine Maschine enttäuscht ab.
"Ich kann im Moment von Haus aus nicht so fahren, wie gewohnt und bewege das Motorrad anders. Wenn dann die Schmerzen dazukommen, dann macht man Fehler und verliert eine Position nach der anderen", sagte Schrötter bei Eurosport. Schrötters Teamkollege Sandro Cortese aus Berkheim kam als Neunter zum vierten Mal im 14. Saisonrennen in die Top Ten. Im Titelkampf baute der Italiener Franco Morbidelli (Italien/Kalex) durch seinen achten Saisonsieg sein Polster aus.

Morbidelli mit wichtigem Meilenstein: Die Highlights der Moto2

Philipp Öttl (Ainring) kam in der Moto3-Klasse nach einem Verbremser in der vorletzten Runde nicht über Rang neun hinaus.
Wegen zähen Nebels am Vormittag war das Rennen von 20 auf 13 Runden verkürzt worden. "Es wäre viel mehr drin gewesen, aber die Verkleidung war locker, da konnte ich auf den Geraden nicht mehr mithalten", sagte KTM-Pilot Öttl.

Packendes Finish: Mir rettet Vorsprung ins Ziel

Den Sieg sicherte sich WM-Spitzenreiter Joan Mir (Spanien). Dem Honda-Piloten ist der Titel nach seinem achten Saisonerfolg - Rekord in der Moto3 - nur noch rechnerisch zu nehmen. Der 15. WM-Lauf steigt am 15. Oktober beim Großen Preis von Japan in Motegi.
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