Valentino Rossi hat gegrübelt. Lange gegrübelt. "Wenn du auf das Geburtsdatum der anderen Fahrer schaust, sagst du dir: Vielleicht ist es Zeit, daheim zu bleiben", erzählte der italienische Superstar in Barcelona und schmunzelte. Aber noch ist es nicht so weit, die Motorradfans können aufatmen. "The Doctor" hat unterschrieben und bleibt der MotoGP erhalten.

Rossi, 41, will mindestens noch ein Jahr fahren. Damit das geht, steht auf seine alten Tage eine Luftveränderung an, ein Wechsel zu Petronas-Yamaha, im Werksteam der Japaner ist ab 2021 kein Platz mehr.

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Eine Degradierung, aber nur auf den ersten Blick. Der älteste Fahrer im Feld erhält praktisch die gleiche Unterstützung wie jetzt, auch das gleiche Material, unter dem Strich bleibt (fast) alles, wie es ist.

"Es ändert sich nicht viel. Die Farbe des Motorrads", so Rossi. Aquamarin statt Schwarz heißt es im kommenden Jahr, wenn der Nationalheld in seine 26. (!) WM-Saison geht. Von Enttäuschung wegen der Versetzung ins Kundenteam keine Spur. "Der Schritt ist gut für mich. Ich kriege die volle Werksunterstützung", sagte Rossi.

Rossi: "Nicht mehr wie vor zehn Jahren"

Er hat weiter Spaß am Fahren. Er kann mithalten, beim Großen Preis von Katalonien schied er am Sonntag nach einer starken Vorstellung auf Platz zwei liegend aus. "Aber es ist natürlich nicht mehr so wie vor zehn, 15 Jahren, als ich zehn Rennen in einer Saison gewinnen konnte", sagte der neunmalige Weltmeister. Mit der erträumten Nummer zehn wird es wohl nichts mehr, das ist Rossi längst klar.

Valentino Rossi

Fotocredit: Getty Images

Marc Marquez, der Dominator der vergangenen Jahre, ist verletzt. Voraussichtlich kehrt der Titelverteidiger aus Spanien erst Mitte Oktober nach einem Oberarmbruch zurück, der Weg für die Konkurrenz ist frei, auch für Rossi. Doch kein Pilot kann konstant ganz vorn dabei sein, es geht eng zu. Rossi hat als Elfter dennoch 50 Punkte Rückstand zur Spitze.

Vorn liegt Barcelona-Sieger Fabio Quartararo (Frankreich/108), der eine Petronas-Yamaha fährt und im neuen Jahr Rossis Werksmaschine bekommt. Dahinter folgen die Spanier Joan Mir (Suzuki/100) und Maverick Vinales (90), Rossis aktueller Teamkollege.

Rossi: "Das ist das Geheimnis"

Erst ein Podiumsplatz steht in diesem Jahr zu Buche, der letzte Sieg datiert aus 2017. Rossi muss kämpfen, um dranzubleiben. Dass der Zeitpunkt zum Abschied noch nicht gekommen ist, spüre er an jedem Rennwochenende auf seiner Yamaha M1: "Du fährst raus und bist glücklich - das ist das Geheimnis."

Wie es 2022 weitergeht, ist offen. Vielleicht macht Rossi Schluss, erste Ideen für einen eigenen MotoGP-Rennstall gibt es. In der Moto3 und Moto2 ist er schon mit den VR46-Teams vertreten. In der mittleren Klasse fährt sein Halbbruder Luca Marini (23) für ihn und steuert nach dem dritten Saisonsieg auf Titelkurs.

"Ohne ihn wäre es nicht mehr dasselbe", sagte Marini über Rossi, der nicht vorschnell unterschrieb. Die Verhandlungen dauerten insgesamt acht Monate. Warum? "Weil wir so viel Spaß daran haben", sagte Rossi - und lachte.

(SID)

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