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Nordische Ski-WM in Lahti: Johannes Rydzek gewinnt Einzel Großschanze in der Nordischen Kombination

Konkurrenz verneigt sich vor Rydzek: "Könnte auch rückwärts springen"
Von Eurosport

01/03/2017 um 17:02Aktualisiert 01/03/2017 um 17:07

Johannes Rydzek hat bei der Nordischen Ski-WM in Lahti in der Nordischen Kombination auch den Einzel-Wettbewerb von der Großschanze gewonnen. Der Weltcup-Führende setzte sich nach Platz fünf im Springen über 10 Kilometer Langlauf im Schlussspurt gegen Akito Watabe und Francois Braud durch. Fabian Rießle (6.), Eric Frenzel (7.) kamen an die Spitze nicht mehr ran. Björn Kircheisen wurde 15..

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Johannes Rydzek fiel völlig erschöpft in den Schnee, dann schrie der neue Rekordweltmeister seine unbändige Freude hinaus: Nach einer Aufholjagd für die Geschichtsbücher hat der nun erfolgreichste Kombinierer der WM-Historie in Lahti sein drittes Gold geholt.

Als erster Deutscher gewann der "Dominierer" aus Oberstdorf zudem seinen fünften Titel bei nordischen Weltmeisterschaften und überflügelte damit den diesmal klar geschlagenen Eric Frenzel.

Rydzek: "Auf meine Stärke vertraut"

"Der Glaube war immer da, zum Schluss habe ich alles mobilisiert - und die Attacke zum richtigen Zeitpunkt gesetzt. Ich habe dabei auf meine Stärke hintenraus vertraut", sagte Rydzek nach einem unfassbaren hart in der tiefen Loipe erarbeiteten Sieg, den er vor dem Japaner Akito Watabe (4,8 Sekunden zurück) sowie dem Franzosen Francois Braud (+13,0) feierte.

Als Fünfter mit einem Rückstand von exakt einer Minute war der 25 Jahre alte Oberstdorfer in den abschließenden 10-km-Langlauf gegangen und hatte dann den Turbo gezündet. "Ritschi ist halt ein cleverer Bursche, deshalb habe ich auch heute immer an ihn geglaubt", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch, der ausgerechnet bei der spannendsten Kombinations-Entscheidung die Ruhe selbst zu sein schien.

Drittes Gold bei der WM

Rydzek hatte zuvor in Lahti bereits den Einzelwettbewerb von der Normalschanze gewonnen sowie mit der deutschen Staffel triumphiert. "Das alles hier habe ich noch gar nicht realisiert. Das wird noch ein paar Tage brauchen", meinte der Kombi-König von Finnland.

Ein grandioser Vierfacherfolg der DSV-Kombinierer wie im ersten Einzel-Showdown von der Normalschanze war diesmal nie in Reichweite, zu groß der Rückstand der Deutschen nach dem schwierigen Springen unter starkem Windeinfluss. Fabian Rießle (Breitnau) wurde Sechster vor Olympiasieger Frenzel (Oberwiesenthal), Björn Kircheisen (Johanngeorgenstadt) kam auf Rang 15.

Deutschland historisch gut

Mit fünf Titeln hat der DSV in Lahti schon das deutsche Rekord-Ergebnis der DDR-Mannschaft von 1974 mit fünfmal Gold eingestellt - und noch ist kein Ende in Sicht, auch für Rydzek nicht. Der kann am Freitag im abschließenden Teamsprint wohl an der Seite von Frenzel sein viertes Lahti-Gold holen und damit sein finnisches Wintermärchen vollenden.

Rydzek hatte es auf der Schanze im Ringen mit dem Seitenwind noch am besten erwischt, der 60-Sekunden-Rückstand auf den führenden Österreicher Mario Seidl waren nicht der gewünschte, "aber auch nicht die schlechteste Ausgangslage", wie Rydzek beschied. Auch Bundestrainer Weinbuch war überzeugt:

"Der Ritschi schafft das noch."

Video - Unwiderstehlicher Antritt: Rydzek holt Kombinations-Gold

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