Eric Frenzel nutzte die kurze Pause vor dem großen WM-Showdown für den so lang ersehnten Besuch beim Friseur. "Der war bei uns im Teamhotel", verriet der wahrscheinlich uneitelste deutsche Wintersportler in Oberstdorf, also habe er die Gelegenheit kurzerhand beim Schopfe gepackt. Nach der Rückkehr von der WM hätte er ansonsten "wahrscheinlich bis April" warten müssen, so Frenzel mit einem Grinsen.
Bestens vorbereitet für den Kampf gegen den norwegischen Kombinierer-Star Jarl Magnus Riiber ist Frenzel aber vor allem auf der Schanze und in der Loipe. Weil seine Form zuletzt deutlich anstieg, darf sich der Sachse am Donnerstag (Springen 11.00 Uhr/10-km-Skilanglauf 15.00 Uhr/live im Free-TV bei Eurosport 1 und bei Eurosport mit Joyn+) in der WM-Entscheidung von der Großschanze durchaus Chancen ausrechnen. "Wenn alles passt, ist da sicher etwas möglich", sagt der 32-Jährige.
Vielleicht sogar Gold? Wohl eher nicht, sagt Frenzel nach Platz vier im Wettbewerb von der Normalschanze und Silber mit der Staffel. Der siebenmalige Weltmeister geht zwar als Titelverteidiger an den Start, doch schon 2019 in Seefeld war sein Sieg eine Überraschung.
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Um diesen Coup zu wiederholen, muss alles passen - von einer eigenen Topleistung bis hin zu einem Patzer von Riiber, der in Oberstdorf bei zwei Starts zweimal gewann. "Jarl ist auch in der Loipe richtig stark geworden. Da muss man schon den Hut ziehen", sagt Frenzel.

Frenzels letzter WM-Einzelwettkampf am Donnerstag?

Eine Medaille wäre für Frenzel schon deshalb ein besonderer Erfolg, weil der Wettkampf sein vielleicht letzter in einem WM-Einzel wird. Derzeit plane er nur bis Olympia 2022 in Peking, sagte Frenzel am Montag bei einem Sponsorentermin der Firma Viessmann: "Ich bin mir auch mit meiner Familie einig, dass wir das bis dahin nicht weiter thematisieren. Wir werden danach entscheiden, was der richtige Weg ist."
Frenzels Familie, das sind Ehefrau Laura und die Kinder Philipp (14), Leopold (5) und Emma (3). Eigentlich wären die Frenzels mit nach Oberstdorf gekommen, die Ferienwohnung war schon gebucht, doch wegen der Corona-Beschränkungen sitzen die Vier nun daheim in Flossenbürg mit Deutschland-Fähnchen auf der Couch? "Die Familie ist mein Ruhepol", sagt Frenzel, die vielen Fahnen im Haus hätten sich "über die letzten Großereignisse angesammelt".
Ob er nicht auch im deutschen Kombinierer-Team als Dienstältester eine besondere Rolle einnehme, gar der "Opa" der Mannschaft sei, wurde Frenzel am Montag noch gefragt. Da musste dann auch der oft so introvertierte und sachliche "Effe" lachen. "Papa - da wäre ich ja noch mitgegangen", sagte Frenzel, aber eigentlich wisse "jeder der Jungs", wo es lang gehe. Für Eric Frenzel gilt das freilich schon seit einer halben Ewigkeit.
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(SID)

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