Plötzlich geht es ganz schnell, das Impfprogramm deutscher Athleten für die Olympischen Spiele in Tokio nimmt Fahrt auf. Das Bundesinnenministerium (BMI) erklärte am Mittwoch auf "SID"-Anfrage, dass die deutschen Sportler ab dem 3. Mai in den Kalenderwochen 18 und 19 gegen das Coronavirus geimpft werden sollen.
Bei den Impflingen handelt es sich laut einer Sprecherin des BMI um Sportlerinnen und Sportler, "die eine realistische Chance auf eine Qualifikation für Tokio bzw. sich bereits qualifiziert haben" sowie deren Betreuer, die mit nach Tokio fliegen. Das BMI geht demnach von ca. 1400 zu impfenden Personen aus, hieß es fast genau drei Monate vor dem Startschuss der Spiele (23. Juli bis 8. August).
Verimpft wird gemäß der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) für Personen unter 60 Jahren ein sogenanntes mRNA-Vakzin, voraussichtlich von Biontech/Pfizer. Aus logistischen Gründe werde nur ein Impfstoff verteilt, der in größeren Mengen zur Verfügung steht.
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Das Impf-Interesse der deutschen Sportlerinnen und Sportler ist groß. Bei einer Befragung hatten laut dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) 92 Prozent der Rückläufer einen Impfwunsch geäußert. Nur acht Prozent lehnten aus verschiedenen Gründen ab. 15 Prozent der Aktiven sind bereits geimpft.

Olympia in Tokio: Hoffnung auf Austragung steigt

Lange Zeit herrschte Unsicherheit darüber, ob die Impfungen überhaupt noch rechtzeitig möglich seien. Immer wieder hatten der DOSB und auch viele Sportler betont, dass sie sich in der Impfschlange nicht vordrängeln wollten. Erst am Montag hatte das BMI definitiv erklärt, dass es die deutschen Athleten vor der Reise nach Japan impfen werde.
Gleichzeitig wächst die Hoffnung, dass die Olympischen Spielen wie geplant ausgetragen werden, nachdem es in den letzten Wochen doch erhebliche Zweifel gegeben hatte. Vor allem die hohe Ablehnung der japanischen Bevölkerung - 72 Prozent sprachen sich zuletzt gegen die Spiele in Tokio aus - hatten Unmut geschürt.
IOC-Präsident Thomas Bach hielt stets an der Austragung der Tokio-Spiele fest und zerstreute am Mittwoch noch einmal sämtliche Zweifel. Die um ein Jahr verschobenen Sommerspiele bleiben "die am besten vorbereiteten Spiele in der Geschichte", sagte Bach nach einer Sitzung der IOC-Exekutive.

Bach lobt Tokio

Trotz der Unsicherheit in der Corona-Pandemie leiste das Organisationskomitee von Tokio 2020 sehr gute Arbeit, betonte Bach weiter. Der IOC-Präsident begrüßte auch die Erklärung von Japans Premierminister Yoshihide Suga, der bei einem Treffen mit US-Präsident Joe Biden am Wochenende in Washington versprach, "gefahrlose und sichere" Spiele abzuliefern.
Noch nicht bestätigen wollte Bach den Zeitpunkt seiner geplanten Japan-Reise im Vorfeld der Spiele. Angeblich will der IOC-Präsident am 17. Mai in Hiroshima an einer Zeremonie zum olympischen Fackellauf teilnehmen. "Wir sind noch in der Planungsphase", sagte Bach.
Zum Thema Impfungen sagte Bach erneut, dass man alle Sportler zu einer Impfung ermutigen wolle. Man sehe sehr guten Fortschritt. Die NOKs in den Ländern würden die Impfungen der Athleten in ihren Länder fördern. "Wir können sagen, dass jetzt eine große Anzahl von den Bewohnern des olympischen Dorfes geimpft sein wird, für die eigene Sicherheit, aber auch für die Sicherheit der japanischen Bevölkerung", so Bach.
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(SID)

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