Olympische Spiele

DOSB-Präsident schließt Olympia-Boykott aus - Kritik an Athleten

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Deutschland Olympia Fackellauf

Fotocredit: Getty Images

VonEurosport
20/05/2020 Am 18:12 | Update 21/05/2020 Am 08:37

DOSB-Präsident Alfons Hörmann hat einen Teilnahmeverzicht der deutschen Mannschaft an den Olympischen Sommerspielen von Tokio trotz der unvorhersehbaren Corona-Pandemie ausgeschlossen. "Wenn das wichtigste Weltsportfest stattfinden kann, wird Team Deutschland selbstverständlich daran teilnehmen", sagte der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes im "Spiegel"-Interview.

Der 59-Jährige befürchtet, dass Athleten bei einem Verzicht des Nationalen Olympischen Komitees den Rechtsweg nutzen könnten. Gemäß heutiger Rechtsprechung könne man Athleten die Teilnahme nicht verwehren, "wenn jemand unbedingt zu den Spielen möchte und die sportliche Qualifikation erreicht hat", sagte Hörmann, der für eine weltweit einheitliche Lösung plädiert: "Eine Zweiteilung der weltweiten NOKs in Länder, die teilnehmen, und andere, die nicht teilnehmen, halte ich für undenkbar."

Vor der Verschiebung der Sommerspiele durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) am 24. März hatten sich zahlreiche Athleten aufgrund der Coronakrise gegen eine planmäßige Durchführung ausgesprochen. Kanada hatte erklärt, nicht teilnehmen zu wollen. Im Hinblick auf 2021 werde die Weltgemeinschaft definieren, ob die Spiele im kommenden Jahr verantwortungsbewusst umgesetzt werden könnten oder nicht, sagte Hörmann.

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Hörmann übt scharfe Kritik an Athleten

Bei der Rolle der Athleten erwartet Hörmann trotz der zahlreichen Forderungen zur Olympia-Verschiebung keine Veränderung - stattdessen übte er Kritik. "Auch wenn einzelne Athleten, die das mediale Handwerk sehr gut verstehen, gerne eine andere Antwort hören würden: Ich sehe das zuletzt Geschehene nicht als Zeitenwende, sondern einige extrovertierte Athleten nutzen dies zur Selbstinszenierung", sagte er.

Möglichen Problemen wegen der durch die Pandemie zurückgefahrenen Dopingkontrollen sieht Hörmann gelassen entgegen. "Mit dieser Problemstellung oder dem Nachteil muss man dann im nächsten Jahr leben. Andernfalls müsste man auf die Spiele verzichten. Das will keiner", sagte Hörmann, der nach den Spielen beurteilen will, "ob es zu erheblichen oder eklatanten Verschiebungen zwischen den Nationen kam."

(SID)

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