Imago

Olympia-Aus: Calgarys Bürger stimmen gegen Winterspiele 2026

Olympia-Aus für Calgary
Von SID

14/11/2018 um 14:58

Dem IOC gegehn die Bewerber für die Winterspiele 2026 aus. Die Bürger von Calgary haben sich gegen die Austragung der Olympischen Winterspiele 2026 entschieden und dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) einen weiteren Rückschlag verpasst. Damit sind in Stockholm und Mailand mit Cortina d'Ampezzo nur noch zwei Kandidaten im Rennen. Ob sie die Bewerbung aufrecht erhalten ist nicht sicher.

Nun sagt auch Calgary Nein: Die Bevölkerung des kanadischen Wintersport-Mekkas hat eine Bewerbung um Olympia 2026 in aller Deutlichkeit abgelehnt. 30 Jahre nach den letzten Winterspielen in der Millionenstadt ist die Bewegung nach den jüngsten Querelen endgültig am Ende, so will es das Referendum.

56,4 Prozent sprachen sich am Dienstagabend (Ortszeit) gegen die Ausrichtung aus, nur 43,6 Prozent waren dafür. 304.774 Bürger stimmten ab.

Die Verantwortlichen tragen Trauer. Scott Hutcheson, Vorstandsvorsitzender des städtischen Bewerbungskomitees. sagte:

"Das Ergebnis ist enttäuschend, aber ich respektiere den demokratischen Prozess."

Grundsätzlich ist die Entscheidung rechtlich nicht bindend, doch im Vorfeld hatten alle Beteiligten signalisiert: Bekommt die Nein-Seite auch nur eine Stimme mehr, stirbt Olympia 2026.

IOC nicht überrascht

Auch beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) herrschte Ernüchterung. In einer Stellungnahme hieß es:

"Es ist enttäuschend, dass die sportlichen, sozialen und langfristigen Vorzüge einer Ausrichtung von Olympia die Wähler nicht beeinflusst hat."

Gleichzeitig bezeichnete der Ringeorden die Entscheidung aber auch als "keine Überraschung in Folge der politischen Diskussionen und Unsicherheiten". Denn Fakt ist: Die Bewerbung Calgarys stand bereits zuvor am Rande des Abgrunds.

Die Stadt Graz plant eine Olympia-Bewerbung

Die Stadt Graz plant eine Olympia-BewerbungSID

Nur so gerade eben konnte sich die Bewerbung Anfang November bis zum Referendum retten. Erst auf den letzten Drücker einigten sich Stadt, Provinz und Staat auf die Aufteilung der rund 2,88 Milliarden kanadischen Dollar (1,92 Milliarden Euro), die der öffentliche Sektor tragen sollte. Dabei wurden 125 Millionen aus dem Etat kurzerhand gestrichen. Sparen wollte man bei den möglichen Sicherheitskosten und der Unterbringung der Bauarbeiter.

Sorgenkind Olympia 2026

Für das IOC bedeutet das Aus Calgarys einen weiteren Rückschlag beim sowieso als Sorgenkind geltenden Projekt Olympia 2026. Für die Spiele in acht Jahren sind damit nur noch Stockholm und Mailand mit Cortina d'Ampezzo im Rennen. Und auch dort ist nicht klar, ob die Städte ihre Bewerbungen bis zur Wahl des Gastgebers auf dem IOC-Kongress im Juni 2019 in Lausanne aufrecht erhalten können.

Zuvor waren bereits Sapporo (Japan), Graz mit Schladming (Österreich) sowie Sion (Schweiz) aus dem Kreis der Bewerber ausgeschieden. "Ich hoffe, dass wir am Ende noch einen Kandidaten haben", hatte IOC-Ehrenmitglied und Ski-Weltpräsident Gian Franco Kasper vor dem Referendum in Calgary gesagt.

Was tun also? Nach den Querelen Anfang November sagte IOC-Präsident Thomas Bach, es gäbe keinen "Plan B", falls Calgary, Mailand/Cortina d'Ampezzo und Stockholm zurückziehen. Stockholms neuer Stadtrat hatte sich derweil bereits vor mehreren Wochen gegen eine Unterstützung der Olympia-Kandidatur von Schwedens Metropole mit öffentlichen Mitteln ausgesprochen. Eine beruhigende Lösung ist nicht in Sicht.

Viele Experten glauben, dass das IOC doch einen Notfallplan in der Hinterhand hat, sollten alle drei Bewerber abspringen. Es wurde bereits spekuliert, dass Almaty (Kasachstan) als Verlierer gegen Peking bei der Bewerbung um die Winterspiele 2022 einspringen könnte. Auch Salt Lake City (USA), Ausrichter der Spiele 2002, wurde genannt. Eins ist in der ganzen Konfusion um die Olympischen Winterspiele 2026 gewiss: Es bleibt spannend.

Video - Cool Runnings: Jamaikas Reggae Boys im Bob bei Olympia 1988

01:04
0
0