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"Der Traum ist nicht ausgeträumt": Reaktionen zur Olympia-Verschiebung

"Der Traum ist nicht ausgeträumt": Reaktionen zur Olympia-Verschiebung
Von Eurosport

24/03/2020 um 17:14Aktualisiert 24/03/2020 um 20:01

Die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio wurden aufgrund der Coronakrise um ein Jahr verschoben. Die Entscheidung hatte sich in den vergangenen Tagen angebahnt, da mittlerweile fast alle Sportwettbewerbe auf Eis gelegt oder abgesagt wurden. Die betroffenen Sportler und Funktionäre befürworten diesen Schritt ausnahmslos. Eurosport.de hat die Reaktionen der Beteiligten zusammengefasst.

Thomas Röhler (Speerwurf-Olympiasieger): "An dieser Entscheidung haben viele aktiv und am Ende erfolgreich mitgewirkt. Es hat sich gezeigt: Wenn alle an einen Strang ziehen, Athleten und nationale Verbände, dann ist man nicht machtlos. Deswegen ist das für mich ein freudiger Moment. Der olympische Traum ist damit nicht ausgeträumt, er wird nur um ein Jahr verschoben."

Niklas Kaul (Zehnkampf-Weltmeister und Sportler des Jahres): "Mir fällt ein großer Stein vom Herzen. Die Situation war für uns Sportler zuletzt nicht leicht, wir mussten uns irgendwie auf Olympia vorbereiten, aber gleichzeitig auch die strengen Auflagen der Behörden beachten. Der Druck war sehr hoch."

Frank Stäbler (dreimaliger Ringer-Weltmeister): "Mein Olympia-Traum ist verschoben - nicht geplatzt. Auch wenn es für mich aktuell schwer zu greifen ist, es ist die absolut richtige Entscheidung die Spiele zu verlegen. In diesen Zeiten müssen wir an die Gesundheit der Menschen denken, da muss der Sport zurück stehen. Ich habe in meiner Karriere gelernt mit Unwägbarkeiten umzugehen. Packen wir es an."

Emanuel Buchmann (Radsportler): "Ich denke, dass ist die einzig richtige Entscheidung aktuell. Es war ja nach den letzten Tagen auch schon abzusehen, dass es dazu kommt. Unter den aktuellen Umständen wären es einfach keine fairen Bedingungen für alle Athleten gewesen, und das gesundheitliche Risiko für alle wäre auch nicht kalkulierbar. Es ist natürlich sehr schade, da die Spiele dieses Jahr eines meiner Highlights gewesen wären, aber die Verschiebung um ein Jahr sollte die beste Lösung sein."

Patrick Hausding (Olympia-Dritter im Wasserspringen): "Unter den gegebenen Umständen ist das eine sehr gute Nachricht für den Sport. Hätte Olympia in diesem Jahr stattgefunden, hätten 50 Prozent der Staaten nicht daran teilgenommen. Das wäre quasi auf einen Boykott hinausgelaufen."

Jonathan Koch (Athletensprecher DOSB): "Es ist schön, dass die Verantwortlichen beim IOC ein Einsehen haben und sich nun auch solidarisch mit der Weltgemeinschaft zeigen. So traurig die Verschiebung für jedes Sportlerherz auch sein mag, ist es doch zu begrüßen, dass der Zwiespalt von Trainingsanforderungen und einem gesamtgesellschaftlich solidarischen Verhalten durch die Entscheidung aufgelöst wird."

Julius Thole/Clemens Wickler (Beachvolleyball-Vizeweltmeister): "So enttäuschend und hart das auch für jeden Athleten ist, es ist eine alternativlose Entscheidung und genau richtig. Gesundheit geht immer vor. Nun haben alle Athleten Gewissheit und können sich zielgerichtet auf die Spiele 2021 in Tokio vorbereiten."

Im Viertelfinale: Clemens Wickler und Julius Thole

Im Viertelfinale: Clemens Wickler und Julius TholeSID

Olympiasiegerin begrüßt Tokio-Verschiebung

Isabell Werth (sechsmalige Dressur-Olympiasiegerin): "Das ist das, was wir alle gefordert und erwartet haben. Jetzt wollen wir erstmal die nächsten Wochen hoffentlich gesund und munter überstehen und dann geht es letztlich weiter in die Planung. Wir wollen auch erstmal sehen, dass wir ins normale Leben und ins normale Wettkampfgeschehen zurückkehren können. Und von da aus sehen wir wieder weiter, wie was kommt, wie was geht und wann wir uns vorbereiten müssen."

Alfons Hörmann (Präsident Deutscher Olympischer Sportbund): "Die nunmehr schnelle und klare Entscheidung zur Verschiebung der Olympischen und Paralympischen Spiele ist ein richtiger und enorm wichtiger Schritt für den internationalen Sport und die gesamte Weltgemeinschaft."

Olympia-Verschiebung "einzig richtige Entscheidung"

Fritz Keller (Präsident Deutscher Fußball-Bund): "Dr. Thomas Bach und das IOC haben die zum jetzigen Zeitpunkt verantwortungsvolle Entscheidung getroffen. Nun ruht der gesamte Sport vorerst, um Menschenleben zu schützen. (...) Auch wenn es mir für die vielen Sportlerinnen und Sportler, die auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen in diesem Sommer hingearbeitet haben und zu denen auch unsere olympische Fußballmannschaft zählt, sehr leidtut, war dieser Schritt zum Schutz der Gesundheit aller Beteiligten angesichts der jüngsten Entwicklungen der richtige."

Bob Hanning (Vizepräsident Deutscher Handballbund): "Es ist die einzig richtige und nachvollziehbare Entscheidung. Wenn es dann 2021 zur Austragung kommt, können wir wieder tolle und großartige Spiele erleben. Jetzt haben wir auch wieder ein Ziel, auf das sich alle Teilnehmer fokussieren und vorbereiten können. Das ist eine gute Nachricht für den Sport und eine gute Nachricht für die Welt."

Rudolf Scharping (Präsident Bund Deutscher Radfahrer): "Der BDR hält die Verschiebung der Olympischen Spiele auf 2021 für richtig. Die Gesundheit der Sportlerinnen und Sportler muss Priorität haben. Außerdem war unter den gegebenen Umständen keine Chancengleichheit bei Wettkampfvorbereitung und Qualifikation möglich. Die Entscheidung ist für alle, die sich gezielt darauf vorbereitet haben, zunächst bitter, aber angesichts der Risiken nachvollziehbar. Es gab keine Alternative."

Dennis Peiler (Geschäftsführer des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei): "Diese Entscheidung ist zu einhundert Prozent im Sinne der Athleten und der Chancengleichheit gefallen. Auch unser Präsidium hat sich heute dementsprechend positioniert. Wir haben auch eine gesamtgesellschaftlichen Verantwortung. Die Spiele in Tokio wären zu einer Spielwiese für das Virus geworden, und deshalb war es vollkommen richtig, jetzt die Reißleine zu ziehen."

Tokio-Verschiebung "gibt Planungssicherheit"

Martin Engelhardt (Präsident Deutsche Triathlon Union): "In Anbetracht der jetzigen Situation ist es eine vernünftige Entscheidung des IOC. Das gibt den Athleten, den Trainern und Verbänden Planungssicherheit und nimmt ihnen den Druck, trotz erheblich erschwerter Bedingungen die Vorbereitungen auf Tokio voranzutreiben."

Manfred Werner (Präsident des Deutschen Ringer-Bundes): "Das war ein richtiger Schritt. Niemand kann sagen, was im Juli ist. Zudem konnten sich viele Athletinnen und Athleten nicht richtig vorbereiten. Mit Blick auf die Regularien hoffe ich, dass es bei den qualifizierten Athletinnen und Athleten bleibt. Alles andere wäre nicht in Ordnung."

Andreas Michelmann (Präsident Deutscher Handballbund): "Mit der nun beschlossenen Verschiebung der Olympischen Spiele auf 2021 haben alle Beteiligten Klarheit gewonnen. Angesichts der dramatischen Lage in vielen Ländern ist dies ein guter Entschluss und eine respektvolle Lösung im Umgang mit der Gesundheit von Teilnehmern und Zuschauern."

(SID)

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