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Olympia auf 2021 verschoben: Diese Probleme warten nun auf die Veranstalter

Olympia auf 2021 verschoben: Diese Probleme warten nun auf die Veranstalter
Von Eurosport

25/03/2020 um 13:56Aktualisiert 25/03/2020 um 13:57

Die Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio auf 2021 stellt das Internationale Olympische Komitee (IOC) vor teilweise große Probleme. Denn natürlichen richten alle Sportarten ihre Terminkalender nach den Olympischen Spielen, also wer muss kommendes Jahr zurückstecken? Und bleiben die bereits qualifizierten Sportler qualifiziert? Eurosport.de gibt einen Überblick über einige "Baustellen".

Terminkalender

Für das Sportjahr 2021 bahnt sich im Sommer ein gewaltiger Terminstau an. Bereits die Fußball-EM wurde um ein Jahr verschoben und soll nun vom 11. Juni bis 11. Juli 2021 stattfinden. Noch ist auch die Fußball-EM der Frauen für den 7. Juli bis 1. August 2021 terminiert, eine Verschiebung ist aber wahrscheinlich.

Ein großes Problem bereitet die WM in der olympischen Kernsportart Leichtathletik vom 6. bis 15. August 2021 in Eugene/Oregon, es zeichnet sich allerdings eine Verschiebung ab. Die Schwimm-WM ist vom 26. Juli bis 1. August 2021 im japanischen Fukuoka terminiert. Der Weltverband FINA bemüht sich nun um eine Lösung im Terminkonflikt, in Abstimmung mit dem IOC.

Sollten beide Veranstaltungen auf 2022 ausweichen, gäbe es einen weiteren Konflikt mit den European Championships 2022 in München. Außerdem soll vom 2. bis 19. September 2021 die Basketball-EM mit den Spielorten Köln und Berlin stattfinden - kaum denkbar. Der internationale Sportkalender müsste also erheblich umorganisiert werden.

Sportler

Viele Sportler hatten sich bereits für die Spiele in diesem Jahr qualifiziert: Wird diese Qualifikation aufgehoben, oder müssen sie sich noch einmal ihre Teilnahmeberechtigung im Fall einer Neuansetzung erkämpfen?

Fraglich auch, ob die in diesem Jahr startberechtigten Fußballer, also etwa auch die deutschen, im kommenden Jahr noch mitspielen dürfen, wenn sie dann die Altersgrenze überschritten haben. Zudem ist für 2021 die U21-EM anberaumt. Noch ist unklar, welche Jahrgänge bei den beiden Turnieren dann spielberechtigt sind.

SPORTSTÄTTEN

Die 43 Sportstätten wurden teilweise nur für eine temporäre Nutzung gebaut. Diese könnten für eine spätere Nutzung 2021 nicht mehr zur Verfügung stehen.

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Auch ist fraglich, ob das Olympia-Pressezentrum, das stark frequentierte Big Sight Exhibition Centre, für den neuen Austragungszeitraum wieder gebucht werden kann.

Olympisches Dorf

Viele der begehrten Luxus-Appartements mit Blick auf die Tokio Bay wurden für die Nutzung nach den Spielen bereits verkauft. Die Unterkünfte für 11.000 Sportler in den 21 Hochhäusern sollten in 4000 Wohnungen umgebaut werden.

Der Kaufpreis für eine Einheit beträgt bis zu 1,5 Millionen Dollar. Offen ist nun, was mit den gültigen Verträgen passiert.

Hotels

Bereits Millionen Hotelbuchungen bestehen rund um den ursprünglichen Austragungstermin vom 24. Juli bis 9. August.

Oftmals wurden für die Zimmer bereits hohe Anzahlungen geleistet. Fraglich ist, wie damit umgegangen wird, eventuell drohen enorme Verluste.

(SID)

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