Fürste steht unter Strom. Mit Headset im Ohr und seinem Smartphone in der Hand eilt der zweimalige Olympiasieger in sein neuestes Schnelltestzentrum in der Hamburger Innenstadt. In nicht einmal zwei Stunden sollen hier die ersten Coronatests durchgeführt werden - doch noch läuft nicht alles wie gewünscht. Fürste telefoniert.
Der Mann, der einst die deutsche Hockey-Nationalmannschaft mitriss und in Peking 2008 und London 2012 Gold gewann, geht jetzt in der Bekämpfung der Coronafolgen voran. Auch mit Ski-Olympiasiegerin Hilde Gerg kooperiert Fürste für eine Schnellteststation in Berchtesgaden.
Das Engagement entstand aus eigener Betroffenheit. Mit der Agentur Upsolut Sports konzentriert er sich eigentlich auf die Fitnessevents "Hyrox", die bereits in neun Ländern angeboten werden. In normalen Zeiten, ohne Corona. Seit mehr als einem Jahr dürfen Fürste und seine Partner ihrer normalen Tätigkeit trotz vorgelegter Hygienekonzepte aber nicht mehr nachgehen. "Wir haben dann gesagt, okay, wir machen die Not zur Tugend", sagte der Hamburger und begann das erarbeitete Know-how nach Gründung des Unternehmens "Schnelltest Service Hamburg" zu nutzen.
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Mit massiven Testungen zurück zur Normalität

Fürste ist überzeugt, dass die massiven Testungen und Erhebungen von Daten ein Weg zurück zu Öffnungen sein können. Natürlich hat er dabei auch den Sport im Hinterkopf - aber weniger die Frage, ob bei der Fußball-EM im Sommer Fans in den Stadien jubeln können. "Das ist mir egal", sagte Fürste:
Mir geht es um das alltägliche Leben, um das, was hier passiert. Was in meinem Verein passiert, was mit meinen Kindern passiert, die wieder Sport machen wollen."
Fürste selbst war bis zuletzt aktiv. Für den belgischen Klub Royal Beerschot griff er zwei Jahre nach seinem eigentlichen Karriereende noch einmal zum Schläger. Am Sonntag absolvierte er das letzte Meisterrunden-Spiel seines Kurz-Comebacks, das wegen des Corona-Leerlaufs entstanden war.
Zu den Sommerspielen nach Tokio wird ihn der Weg nicht mehr führen. Fürste hat die Diskussionen und Entwicklungen rund um das Megaevent aber natürlich im Blick. Und er glaubt an Medaillenkämpfe, in die auch die deutschen Hockey-Teams wieder eingreifen wollen. Fürste sagte:
Es gibt definitiv die Möglichkeit, Olympische Spiele auch in der aktuellen Situation mit verschiedensten Sicherheitskonzepten umzusetzen."
Dazu könnten auch Schnelltests beitragen. Dann steckt er sich sein Headset zurück ins Ohr und dampft ab.
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(SID)

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