Aufgabe des Tages:

Gold-Aspirantin Laura Ludwig zweifelt noch, ob das Beachvolleyball-Stadion an der Copacabana wirklich zum emotionalen Herz dieser Spiele wird. Es sei zwar eine coole Location, weiß sie seit dem Grand-Slam-Turnier im März, Seite an Seite mit der neuen Sand-Partnerin Kira Walkenhorst.
Aber, gibt Ludwig trotz Atlantik, Zuckerhut und bewaldeten Bergen im Hintergrund zu bedenken: "Wir spielen nicht im Olympiapark, der Mittelpunkt dieser Spiele werden wir wohl nicht sein."
Rio 2016
Olympia-Blog aus Rio - Tag 1: Krasse Gegensätze und die Quittung für Solo
04/08/2016 AM 20:25

Olympia-Blog aus Rio - Tag 2

Fotocredit: Eurosport

Viele sehen das anders. Bevor die Italiener Alex Ranghieri und Adrian Carambula und das österreichische Duo Clemens Doppler und Alexander Horst am Samstagmorgen um zehn zum ersten Aufschlag schreiten, geht es zu einer Ortsbesichtigung an den berühmten Strand. Das Meerwasser hat eine angenehme Temperatur, die ein, zwei Meter hohen Wellen schwappen mit einiger Wucht ans Ufer. Und im Sand steckt eine Fahne, die vor gefährlichen Strömungen warnt.
Ein paar Kids lassen sich davon nicht abschrecken, vergnügen sich im Meer.

Olympia-Blog aus Rio - Tag 2

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Während auf dem Trockenen das zu erwartende Programm läuft: Innerhalb weniger Minuten hätte ich mich für viele Jahre mit Hüten, Sonnenbrillen und allerlei Schmuck eindecken können. Umgeben von zahllosen Freiluftkellnern, die ihre Tabletts mit riesigen Caipirinha-Gläsern durch den Sand balancieren.
Vorbei an Kellnern und Sachensuchern mit Metalldetektoren geht es in die nordöstliche Ecke der "praia" - zum prächtigen Stadion für die Beachvolleyballer. Noch ist es abgesichert und weitläufig umzäunt, doch viele Neugierige beäugen die mobile Arena längst wie ein wildes, unbekanntes Tier. Am Samstag öffnet das stählerne Gebilde seinen Rachen. Und wenn nicht alles täuscht, wird hier dann doch das emotionale Herz der Rio-Spiele pochen.

Szene des Tages:

Sechs Stunden vor Beginn der Eröffnungsfeier ist es so weit. Im Haus gegenüber, auf dem Balkon links oben, kramt meine Nachbarin die brasilianische Flagge hervor. Wird auch langsam Zeit für ein nationales Bekenntnis, in Fußball-Deutschland würden zu diesem Zeitpunkt schon seit Wochen Autos mit albernem Außenspiegelüberzug durch die Straßen kurven.

Olympia-Blog aus Rio - Tag 2

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In Rio ist der Vorlauf kürzer, dafür arbeitet die Nachbarin jetzt umso gewissenhafter. Immer wieder zupft sie an dem Stück Stoff mit dem grünen Hintergrund, der gelben Raute und der blauen Weltkugel in der Mitte herum, zieht es mal hierhin, mal dorthin. Dann geht sie in die Wohnung, kommt zurück, zupft wieder, holt eine Schnur zur Befestigung hervor. Immer wieder betrachtet sie ihr Werk, nach 20 Minuten ist sie schließlich zufrieden. Eröffnungsfeier und Spiele können kommen.

Sidekick des Tages:

Bis zu seinen Auftritten in Rio ist es noch eine Woche hin, doch Usain Bolt schlottern jetzt schon die Knie. Das persönliche Dreifach-Triple – nach Peking und London wieder Gold über 100 und 200 Meter und mit der jamaikanischen 4x100-Meter-Staffel zu holen – ist selbst für einen Sprint-Giganten wie ihn kein Pappenstiel.
"Ich bin nervös und aufgeregt", bekennt Bolt. Womöglich ermutigt das seine Konkurrenten ja ein bisschen.

Zitat des Tages:

Wir sind im olympischen Absurdistan, in einer globalen Sportdiktatur, die gezielt alles das aushebelt, was der Sinn dieses Kulturprojekts war.
(Ines Geipel, Vorsitzende der Doping-Opfer-Hilfe, über den Zustand des IOC unter Präsident Thomas Bach)
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