Der allgegenwärtige Dreck in dem Gewässer, in dem die Segelwettbewerbe stattfinden, ist nur eines der vielen Probleme, mit denen sich die Gastgeber auf den letzten Drücker noch herumschlagen müssen. Ein weiteres kommt mit jedem Tag Rio etwas näher: der Fackellauf.
Am Mittwoch musste das Organisationskomitee eine "vorübergehende Unterbrechung" melden. Im Örtchen Angra dos Reis, vom Olympiapark 150 km westwärts die Küste entlang, ging die Polizei mit Tränengas gegen Demonstranten vor, die den Fackellauf nutzen wollten, um auf ihre sozialen Probleme aufmerksam zu machen.

Angespannte Situation

Rio 2016
Sabotage im Athletendorf: Racheakt
29/07/2016 AM 08:56
Die Gefahr derartiger Zwischenfälle steigt, je näher die Fackel der Gastgeberstadt kommt. Insgesamt sollen im Bundesstaat Rio de Janeiro bis zur Eröffnung am Freitag 43 Städte durchlaufen werden. Und wenn das Feuer in der Stadt ist, halten auch die 85.000 Polizisten und Soldaten, die das Großereignis schützen sollen, den Atem an.
Und natürlich gibt es wie schon vor der Fußball-WM 2014 massive Streikdrohungen. U-Bahn-Bedienstete fordern von der ohnehin finanziell gebeutelten Stadt zehn Prozent mehr Lohn. Sonst gebe es Streik, zunächst mal am Donnerstag, einen Tag vor der Eröffnungsfeier. Dann dürfte ein Großteil der erwarteten 500.000 Touristen schon in der Stadt sein - und mehr denn je der Verkehrskollaps drohen.

Eröffnung der Linie 4

Schon am Montag halten die Planer den Atem an. Dann soll die U-Bahn-Linie 4, das größte, umgerechnet etwa 2,5 Milliarden Euro teure Bauprojekt im Rahmen der Spiele, zumindest für die olympische Familie ihren Betrieb aufnehmen. Die Metro verbindet den Olympiapark im Stadtteil Barra da Tijuca mit den Touristenhochburgen an den Stränden im Süden der Stadt.
Auch im Olympic Park in Barra ist noch immer nicht alles fertig, an vielen Stellen wird nach wie vor Hand angelegt, was die nicht gerade attraktive Anmutung der Betonbauten noch verstärkt. Vieles im olympischen Rio, nicht nur im viel kritisierten Athletendorf, wirkt immer noch wie Stückwerk.

Von Euphorie keine Spur

Und auch die Skepsis in der Bevölkerung ebbt nicht ab, im Gegenteil. Ein Schlussspurt in Richtung Stimmungshoch findet offenbar nicht statt. Von der nicht enden wollenden Regierungskrise in die Politikverdrossenheit getrieben und von der Wirtschaftsflaute gebeutelt, trauen die Brasilianer dem olympischen Braten anscheinend immer weniger.
In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Datafolha sprachen sich zuletzt 50 Prozent der Brasilianer gegen die Olympischen Spiele aus, die Zahl der Ringe-Muffel hat sich in den vergangenen drei Jahren mehr als verdoppelt. 60 Prozent der Menschen glauben, dass das Mega-Event dem Land eher schaden als nutzen wird.
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