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Paralympics: Andrea Eskau hat auch mit 46 Jahren noch nicht genug

"Alte Frau" Eskau holt Gold: "Das ist ja irre!"
Von SID

13/03/2018 um 11:44Aktualisiert 13/03/2018 um 11:46

Für Fahnenträgerin Andrea Eskau sind die Paralympics schon jetzt eine Erfolgsgeschichte. Die 46-Jährige gewinnt Gold im Biathlon nach Silber im Langlauf. Sie bezeichnet sich beim Blick auf ihre jüngeren Konkurrentinnen oft als "alte Frau" - doch Alter schützt bei Andrea Eskau nicht vor Gold: Die 46-Jährige triumphierte bei den Paralympics in Pyeongchang über 10 km im Biathlon.

Beim Zieleinlauf blickte sie ungläubig auf die Anzeigetafel, dann riss Eskau jubelnd die Arme nach oben und schrie ihre ganze Freude heraus. Die querschnittsgelähmte Athletin vom USC Magdeburg hatte sich am Dienstag einen weiteren Traum erfüllt. Sie durfte bei der Eröffnungsfeier schon die deutsche Fahne tragen - und jetzt das!

Eskau selbst kommentierte ihren Triumph strahelnd:

"Ich habe mehr erreicht als gedacht. Es passt einfach, es geht gerade von alleine. Das ist irre. Ich bin so alt."

Sie siegte in der sitzenden Klasse klar vor der Russin Marta Zainullina, die als Neutrale Paralympische Athletin (NPA) startet. Vor allem mit ihrem Schießen bei schwierigen Bedingungen war Eskau trotz eines Fehlers "super, super happy. Das war das beste Schießen meiner Karriere."

Andrea Eskaus Paralympische Erfolgsgeschichte

Für Eskau war es nach Silber im Langlauf über 12,5 km schon die zweite Medaille in Pyeongchang, insgesamt die elfte bei Paralympics in ihrer langen und erfolgreichen Karriere. Siebenmal gewann sie bisher bei fünf verschiedenen Spielen seit 2008 Gold, davon dreimal im Winter. Zudem ist die 46-Jährige, die im Sommer mit dem Handbike startet, 20-malige Weltmeisterin.

Eskau brach damit im Biathlon den Bann. Am Samstag waren die Deutschen in fünf Rennen noch leer ausgegangen, Eskau selbst über 6 km nur Sechste geworden. Da hatte sie schon leichte Zweifel geäußert, doch die sind spätestens seit Dienstag weg.

Offensichtlich hatte ihr die "große Ehre", das deutsche Team zum Auftakt anführen zu dürfen, den gewünschten Schub gegeben. Sie hoffe, hatte Eskau gesagt, "von der Euphorie durch die Tage getragen zu werden. Ich möchte jeden Tag Freude haben. Der Erfolg kommt auch, wenn man entspannt an die Sache herangeht und loslässt." Das gelingt ihr bisher nahezu perfekt.

Inzwischen ist sie die Mutter der Kompanie einer "geilen Mannschaft", wie sie sagt:

"Da als Vorbild im Alter vorneweg gehen zu können, ist toll."

Und Eskau geht getreu ihrem Motto, das einst der ehemalige Formel-1-Weltmeister Mario Andretti (USA) geprägt hat, voran: "Wenn alles unter Kontrolle scheint, fährst du einfach zu langsam."

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