Weitspringer Markus Rehm blieb mit 8,21 m nur knapp hinter seinem Weltrekord zurück. Bei den Olympischen Spielen, die Rehms Ziel waren, wäre er damit Fünfter geworden. Er habe gezeigt, "dass paralympische Athleten sich hinter olympischen Athleten nicht verstecken müssen. Das ist gelungen, und das ist auch die Message dieser Spiele", sagte Rehm und blickte schon voraus.
"Vielleicht kann ich ja nächstes Jahr in direkter Konkurrenz starten, dann kann man die Weiten auch richtig vergleichen", sagte der 28-Jährige mit Blick auf die Weltmeisterschaften der Leichtathleten 2017 in London. Wohlgemerkt die WM der Nichtbehinderten. Verhandlungen über einen möglichen Start laufen.
Der entthronte 100-m-Champion Popow siegte zum Abschluss seiner Paralympics-Karriere mit 6,70 m im Weitsprung, Kober dominierte das Kugelstoßen nach Belieben und gewann mit 11,41 m - jeder ihre sechs Versuche hätte zu Gold gereicht.
Paralympics
Paralympics-Sieger Dietz überrascht mit Heiratsantrag auf der Bühne
17/09/2016 AM 11:33

Radfahrer von der Spitze verdrängt

Zwar blieb der "Grande Dame" Marianne Buggenhagen (63) zum Abschluss ihrer großartigen Karriere Platz zwei im Diskuswerfen - die 62. internationale Medaille war nach 24,56 m silbern. Doch mit nun neun Goldmedaillen lösten die Leichtathleten die Straßen-Radsportler kurz vor Schluss noch als erfolgreichste deutsche Gruppe ab.
Auch Vanessa Low musste sich nach Gold im Weitsprung über 100 m mit Silber (15,17 Sekunden) hinter ihrer italienischen Dauer-Rivalin Martina Caironi zufrieden geben. Irmgard Bensusan führte in ihrem 100-m-Lauf bis zehn Meter vor dem Ziel, musste sich dann aber in 13,04 Sekunden noch mit ihrer dritten Silbermedaille in Rio begnügen. Felix Streng (Leverkusen) gewann wie über 100 m auch im Weitsprung mit Rehm Bronze (7,13). "Wir haben uns heute morgen geschworen, wir wollen die Radfahrer noch abfangen", sagte Heinrich Popow.
Er selbst trug dazu bei. "Heute war ich wieder der abgewichste Heinrich. So kann ich die Paralympics-Bühne verlassen", sagte Popow: "Ich hatte vor, ich haue gleich im ersten Versuch einen raus. Das hat geklappt. Insgeheim habe ich mit der magischen Sieben geliebäugelt, aber dass das nicht geklappt hat, ist nach Paralympics-Gold egal."

Fünfmal Gold im Kugelstoßen

Kobers Gold war schon das fünfte im Kugelstoßen für den DBS. Zuvor hatten Niko Kappel, Daniel Scheil, Franziska Liebhardt und Sebastian Dietz ihre Konkurrenzen gewonnen. Für die Münchnerin, die im Vorfeld von gesundheitlichen Problemen geplagt war, war es das insgesamt dritte Gold. Sie hatte in London 2012 im Kugelstoßen und im Speerwurf gewonnen. Letzteres gehört in Rio nicht zum Programm.
Kober feierte den Sieg mit einem Brasilien-Hut und einer deutsch-brasilianischen Fahne, die ihr aus dem Publikum zugeworfen wurden. "Da saß ein richtiger Fanclub von mir. Die haben La Ola angestimmt und alle sind aufgestanden. Das war ein echter Gänsehaut-Moment", sagte sie. Den Hut setzte sie aber nur kurz auf: "Sonst wird die Frisur für die Siegerehrung zerstört."

Buggenhagen: "Bin sehr zufrieden

"Als ich die Woche noch diese fiebrige Erkältung bekommen habe, habe ich gedacht, das war es", meinte Kober weiter: "Dass es nun so gut geklappt hat, ist einfach unglaublich. Ich habe jetzt nur Goldmedaillen in meiner sportlichen Karriere, noch nicht mal Silber."
Buggenhagen war "sehr zufrieden. Ich wollte über 24 m werfen und mich mit einer guten Leistung verabschieden, das habe ich geschafft. Ich bin am Leistungslimit angekommen. Diese Medaille hat für mich sehr großen Wert, weil es definitiv meine letzte ist", sagte sie.
Auch Low war nicht enttäuscht. "Ich wusste vorher, dass ich einen sehr guten Tag brauche, um über 100 Gold zu gewinnen. Den hatte ich - leider hatte sie keinen schlechten", sagte Low, die wohl noch gewonnen hätte, wenn das Rennen etwas länger gegangen wäre: "Aber leider sind es 100 Meter und nicht 110."
Paralympics
Radsportler räumen ab, Dietz siegt im Kugelstoßen
17/09/2016 AM 10:02
Paralympics
Deutscher Medaillenhagel im Zeitfahren
14/09/2016 AM 13:02