Gold auf Umwegen! Der Traum vom Sieg bei den Paralympics in Rio wurde wahr. "Das war richtig krass. Als wir es gehört haben, ist der Puls auf 220 hochgeschossen und alle sind ausgerastet. Ich war eigentlich schon mit Silber zufrieden, weil wir Bestzeit gelaufen sind", sagte ein strahlender Rehm.
Für die Staffel des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) war es nach Welt- und Europameister-Titel die Krönung. Die vier Jungs gewannen in der Europarekord-Zeit von 40,82 Sekunden. Der ewige Rivale aus den USA, der als Erster durchs Ziel gelaufen war, hatte sich beim zweiten Wechsel einen Fehler erlaubt. Gastgeber Brasilien (42,04) rutschte so noch auf den Silberrang. "Das war ein Superlauf, die Jungs hatten unter einem Mordsdruck gestanden", sagte Chef de Mission Karl Quade.
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Behre auch über 400 Meter erfolgreich

Noch einen drauf setzte wenig später David Behre, der nicht einmal zwei Stunden nach dem überraschenden Staffel-Gold auch seine erste Einzel-Medaille gewann. Über 200 Meter wurde der Leverkusener in Europarekord-Zeit von 21,41 Sekunden Dritter hinter dem Neuseeländer Liam Malone (21,06) und dem US-Amerikaner Hunter Woodhall (21,12).
Direkt hinter Behre kam Johannes Floors (21,41) als Vierter ins Ziel. Sein Start hatte auf der Kippe gestanden, nachdem er sich während des Jubels nach dem Staffel-Gold am Knie verletzt hatte. Felix Streng (alle Leverkusen) gab nach wenigen Metern auf.

Auch Bensusan und Baus holen Edelmetall

Silber holte mit einer starken Leistung Irmgard Bensusan. Über 400 Meter der Klasse T44 musste sich die gebürtige Südafrikanerin, die für Bayer Leverkusen startet, in persönlicher Bestzeit von 59,62 Sekunden nur der Französin Marie-Amelie le Fleur, die in 59,17 Weltrekord lief, geschlagen geben.
"Silber ist nicht Gold, aber ich bin zufrieden und stolz über meine Zeit", sagte Bensusan. Behre rundete einen erfolgreichen Leichtathletik-Abend mit Bronze über 200 Meter in Europarekord-Zeit (21,41) ab. "Ich bin megahappy. Einmal Gold, einmal Bronze, jetzt will ich Rio auch über die 400 Meter rocken", sagte Behre, der am Dienstag 30 wurde.
Im Tischtennis verpasste Valentin Baus aus Bochum Platz eins. Der 20 Jahre alte Schüler unterlag dem Chinesen Cao Ningning im Finale nach großem Kampf mit 0:3-Sätzen (11:13, 10:12, 8:11).

Baus: "Habe ein super Turnier gespielt"

"Natürlich wollte ich gewinnen, aber ich bin auch mit Silber zufrieden. Ich habe ein super Turnier gespielt. Im Finale haben ein, zwei kleine Sachen den Ausschlag gegeben", sagte Baus nach einem "Mega-Erlebnis". Jetzt wolle er im Team-Wettbewerb und auch bei den Paralympics 2020 in Tokio "neu angreifen".
Für Baus, der für Duisburg-Buchholz spielt, war es nach dem WM-Titel 2014 dennoch der größte Erfolg seiner Karriere. Baus leidet an Osteogenesis imperfecta, was umgangssprachlich oft als Glasknochenkrankheit bezeichnet wird. Juliane Wolf verlor indes ihr Bronze-Spiel gegen Josephine Medina (Philippinen) 0:3.
Auf einem guten Weg zu einer Medaille sind auch die deutschen Rollstuhl-Basketballerinnen, die durch ein klares 59:20 gegen Argentinien das Viertelfinale erreicht haben. Das DBS-Team hatte 2012 in London Gold gewonnen.
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