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Belgien holt bei der EM in Rotterdam den Titel und das Ticket für Tokio

Belgien holt bei der EM in Rotterdam den Titel und das Ticket für Tokio

27/08/2019 um 10:22

Die Mannschaft der belgischen Springreiter hat mit Trainer Peter Weinberg die Sensation perfekt gemacht und sich den Titel in der Mannschaftswertung gesichert. Damit haben die Belgier Geschichte geschrieben: Erstmals ging der EM-Titel an eine Equipe aus Belgien. Mit diesem Erfolg hat das Team das große Ziel erreicht - die Qualifizierung für die Olympischen Spiele in Tokio 2020.

Die Belgier haben  bei der Europameisterschaft in Rotterdam enorme Stärke bewiesen und die gute Form an den Tag gelegt, die sie bereits die gesamte Saison über zeigen konnten. Trainer Peter Weinberg hatte als oberstes Ziel die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio 2020 ausgerufen, eine EM-Medaille war für ihn – zunächst einmal – zweitrangig. Dass die roten Teufel am Ende Gold für sich verbuchen konnten, war das Sahnehäubchen für den Trainer. Und für die belgischen Springreiter ein geschichtsträchtiger Moment: Erstmals in der Geschichte der Europameisterschaft der Springreiter ging der Mannschafts-Titel nach Belgien. 

Pieter Devos mit Claire, Jos Verlooy mit Igor, Jerome Guery mit Quel Homme de Hus und Gregory Wathelet mit Nevados lieferten vom ersten bis zum letzten Ritt ab. Zwar lag das belgische Team nach dem Auftaktspringen mit insgesamt 11,07 Punkten auf Platz acht. Doch blieben Jos Verlooy und Gregory Wathelet in den beiden Team-Wertungsrunden ohne Fehler, während Pieter Devos einmal  fehlerfrei blieb und Jerome Guery das Streichergebnis lieferte. In der zweiten Prüfung kassierte Pieter Devos Fehler und wurde Streichergebnis, während Jerome Guery lediglich einen Zeitstrafpunkt nachhause brachte. Damit musste in beiden Team-Wertungs-Prüfungen lediglich ein einziger Punkt zum beglischen Team-Ergebnis des ersten Tages hinzuaddiert werden. Belgien katapultierte sich von Platz acht an die Spitze und siegte mit 12,07 Punkten.  

Deutschland, nach dem Auftaktspringen in der Mannschafts-Wertung mit 4,22 Punkten in Führung, musste in beiden Teamwertungsrunden weitere Fehlerpunkte hinzuaddieren und lag mit insgesamt 16,22 Punkten am Ende auf dem Silberrang. Tm ersten Team-Durchgang kassierte sowohl Marcus Ehning mit Comme il Faut wie auch Christian Ahlmann mit Clintrexo jeweils zwei Abwürfe, so dass acht Punkte auf dem Konto notiert werden mussten. Im zweiten Springen der Mannschaftswertung waren es Simone Blum mit Alice und Daniel Deußer mit Tobago, die jeweils einen Abwurf hinnehmen mussten. Wieder mussten Fehlerpunkte notiert werden, diesmal vier. So konnte Deutschland den Spitzenplatz im Ranking nicht halten und rutschte auf den Silberrang zurück. 

Bundestrainer Otto Becker lobte das Team, denn „insgesamt hatten wir hier acht fehlerfreie Runden. Alle vier Reiter und Pferde haben das richtig gut gemacht. Am Ende haben wir Silber gewonnen und nicht Gold verloren. Gratulation an die Belgier.“ Auch die Arbeit von Parcoursbauer, Louis Konicks (Niederlande), erwähnte Otto Becker lobend. Er habe es geschafft, alle Paare gut aussehen zu lassen. „Das war ganz großer Sport. Wir haben so viele tolle Runden gesehen und es hätte nicht spannender sein können“, sagte Becker.

Hatte Frankreich nach dem Auftaktspringen noch hinter Deutschland gelegen, musste sich die Equipe Trikolore am Ende mit dem undankbaren vierten Platz (insgesamt 25,39 Punkten) begnügen. Dagegen konnten sich die Springreiter aus Großbritannien von Platz vier auf Platz drei (21,41 Punkte) verbessern und durften die Bronzemedaille feiern. 

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