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Die Deutschen Vierspänner-Fahrer haben bei der EM in Donaueschingen Gold geholt

Die Deutschen Vierspänner-Fahrer haben bei der EM in Donaueschingen Gold geholt

20/08/2019 um 11:11Aktualisiert 20/08/2019 um 11:12

Gold für die deutschen Vierspänner-Fahrer bei der Europameisterschaft in Donaueschingen. Mit diesem Ergebnis hat beim Start des Championats wohl niemand gerechnet. Doch die deutschen Team-Fahrer lieferten sehr gute Leistungen ab und die Titelverteidiger aus den Niederlanden hatten gleich zwei Mal Pech. Damit war der Weg frei für einen neuen Europameister.

Eine Medaille war das erklärte Ziel der Vierspänner-Fahrer von Bundestrainer Karl-Heinz Geiger. Doch mit Gold hatten die Leinenkünstler nicht gerechnet. Dafür waren die Niederländer in den letzten Jahren zu stark unterwegs. Doch in diesem Jahr lief es für die deutschen Mannschafts-Mitglieder aus Deutschland rund und zusätzlich hatten sie noch etwas Glück. 

Nachdem Mareike Harm’s Pferd Amicello nicht von den Tierärzten für den Start bei der EM in Donaueschingen freigegeben wurde, war die Stimmung im deutschen Team etwas gedrückt. Karl-Heinz Geiger disponierte um, Mareike Harm – mit dem Ersatzpferd im Gespann – trat als Einzelfahrerin an. Dafür kam Anna Sandmann ins Team und gab ihr Debut bei einem Vierspänner-Championat. Gemeinsam mit Michael Brauchle und Georg von Stein konnte sie schon in der ersten Teil-Prüfung, der Dressur, gute Leistungen zeigen. Nach der Vorstellung im Viereck lag das deutsche Team auf Medaillenkurs und konnte sich über einen guten Auftakt freuen. 

Beim Marathon zeigte Michael Brauchle eine brillante Runde, die ihm in dieser Teil-Wertung sogar den Sieg einbrachte. Seine beiden Team-Kollegen lieferten ebenfalls sehr gute Runden ab und konnten damit das Mannschafts-Ergebnis festigen. Pech hatten dagegen die Titelverteidiger aus den Niederlanden beim Geländetag. Ijsbrand Chardon, EM-Sieger 2017 in der Einzelwertung, kippte die Kutsche um – der Titelverteidiger schied aus. Team-Kollege Koos de Ronde hatte sich in Phase A, bei der die Zeit gestoppt wird, an falschen Angaben orientiert und  kassierte dafür kräftig Zeitstrafpunkte. Damit rutschten die Niederländer – nach der Dressur in Führung – zurück auf Platz vier.  

Koos de Ronde machte den Eklat perfekt, als er Veto bei seiner Bewertung einlegte. Die Angaben, die er über seinen Trainer erhalten hatte, waren nicht korrekt. So hatte er sich mehr Zeit gelassen. Sein Einspruch wurde jedoch  abgelehnt. Der Niederländer kehrte daraufhin der Veranstaltung mitsamt seinen Pferden den Rücken und trat beim abschließenden Hindernisfahren nicht mehr an.

Für die deutschen Fahrer hieß es noch einmal die Nerven behalten, sich sammeln und beim Hindernisfahren gute Runden zeigen. Anna Sandmann gelang bei ihrer Championats-Premiere im Lager der Senioren eine saubere Runde ohne Ball-Fehler, doch die 23-Jährige kassierte eingie wenige Zeitstrafpunkte. Mit der Vorstellung von Michael Brauchle, der einen Ball kullern ließ aber trotzdem ausreichend Punkte holte, war die deutsche Gold-Medaille bereits in trockenen Tüchern, bevor Georg von Stein überhaupt ins Stadion einfuhr. 

„Wir sind super happy, dass das hier alles im eigenen Land so funktioniert hat, das ist einfach großartig. Da hätten wir nach dem Verlauf der bisherigen Saison nicht mit gerechnet“, freute sich Bundestrainer Karl-Heinz Geiger über seine erste Goldmedaille mit den Vierspännern.

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