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Helen Langehanenberg und Damsey sichern sich mit persönlicher Bestnote das Ticket fürs Finale

Helen Langehanenberg und Damsey sichern sich mit persönlicher Bestnote das Ticket fürs Finale

17/03/2019 um 10:00Aktualisiert

An diesem Wochenende ist die letzte der zehn Weltcup-Etappen der Dressurreiter in s'Hertogenbosch ausgetragen worden. Den Sieg machten der Däne Daniel Bachmann Andersen und Helen Langehanenberg unter sich aus. Denkbar knapp belegte die Deutsche Platz zwei und sicherte sich mit dem besten Ritt ihrer Karriere das Ticket zum Weltcup-Finale in Göteborg.

Die deutschen Dressurreiter und Dressurreiterinnen sind zurzeit enorm stark unterwegs. Gleich drei deutsche Namen führen das Ranking an. Titelverteidigerin Isabell Werth wird in der Weltcup-Rangierung nicht aufgeführt, da sie ohnehin gesetzt ist. Wer neben der Queen of Dressage die beiden Final-Tickets bekommen wird, diese Entscheidung hatte sich Bundestrainerin Monica Theodorescu bis zur letzten Etappe offen gelassen. Mit ihrem brillanten Ritt bei der Weltcup-Kür von s’Hertogenbosch hat sich Helen Langehanenberg nicht nur Platz zwei in der Kür und die Führung im Weltcup-Ranking geschnappt. Auch ihr Ticket fürs Finale Anfang April im schwedischen Göteborg hat sie nun wohl sicher. 

Die Weltcup-Etappe von s’Hertogenbosch als zehnte und alles entscheidende Station, sorgte für eine faustdicke Überraschung. Isabell Werth konnte ihre Sieges-Serie nicht wie erwartet fortsetzen. Mit ihrem  13-jähriger Emilio rangierte sie mit deutlichem Abstand auf Platz drei. Das gab es schon sehr lange nicht mehr. Dagegen konnte Helen Langehaneberg mit ihrem inzwischen 17-jährigen Damsey die Führung übernehmen und musste sich schließlich äußerst knapp geschlagen geben. Der Däne Daniel Bachmann Andersen, letzter Starter in der Prüfung, konnte eine Wertnote erzielen, die 15 Hundertstel besser war und ihm den Sieg einbrachte. 

Für Helen Langehanenberg und Damsey, der alle Lektionen vorbildlich und auf den Punkt liefern konnte, vergaben die Richter 84,875 Prozent. Das ist das beste Ergebnis, dass das Paar je erzielt hat. Der Däne erhielt für seinen Ritt mit dem 15-jährigen Blue Horse Zack 84,890 Prozent. Auch für dieses Paar hieß es damit: persönliche Bestnote. Beide Paare beeindruckten mit einer großen Harmonie von Pferd und Reiter und einem sehr hohen Schwierigkeitsgrad in der jeweiligen Kür. Für Helen Langehanenberg bedeutete Platz zwei ein deutliches Plus an Punkten. Nach der letzten Station führt sie nun das Weltcup-Ranking vor ihren beiden Landsleuten Dorothee Schneider und Benjamin Werndl an. Mit der glänzenden Vorstellung in den Brabanthallen wird Monica Theodorescu nicht an Helen und Damsey vorbeikommen. Das Ticket fürs Finale hat die 36-jährige Dressurreiterin nun wohl sicher.

Benjamin Werndl, der ebenfalls in der Kür angetreten war und mit seinem Daily Mirror Platz fünf belegen konnte, zeigte eine souveräne Runde. Auch er kann nun davon ausgehen, dass er mit zum Finale nach Göteborg reisen darf. Dorothee Schneider dagegen, die mit Sammy Davis Jr. nach s’Hertogenbosch gereist war, um sich erneut  zu beweisen, wird wohl auf die Teilnahme im Finale verzichten müssen. Nachdem ihr Wallach bereits im Grand Prix de Dressage hinter seinen gewohnten Leistungen zurückblieb, brach sie das Turnier ab und brachte ihr Pferd nach Hause. Sie vermutet, dass Sammy Davis Jr sich einen Infekt zugezogen hat. Bei der Kür war das Paar entsprechend nicht mehr am Start. 

Und Isabell Werth? Muss die Mutlichampionesse nun um ihre Stellung an der Spitze des Dressur-Olymp bangen? Keineswegs. Bei der Kür in s’Hertogenbosch war sie stolz auf ihr Pferd, dass bei den letzten Ritten wieder mehr Selbstvertrauen gewonnen hatte, wie sie nach ihrer Vorstellung sagte. Wie gewohnt freute sich die beste Dressurreiterin der Welt über gelungene Lektionen, klopfte den Hals ihres Pferdes lobend. Isabell Werth, die mit Emilio im letzten Viertel ihres Rittes einige kleine Schwächen wie unsaubere Tritte in der Piaffe verbuchen musste, die Punkte kosteten, hatte auf eine Choreographie gesetzt, die sie aus ihrem Fundus ausgewählt hatte. Während in der Regel jedes Pferd seine eigene Kür hat, die mit Musik und Lektions-Abfolge auf das Pferd maßgeschneidert wird, musste sich Emilio in einer Kür bewähren, die ursprünglich für ein anderes Pferd gedacht war. Zu “seiner” Kür tanzt inzwischen Stallkollegin Bella Rose. Doch Isabell Werth wird nun auch für Emilio wieder eine eigene Kür-Version gestalten lassen, zu der er dann sicher wieder auf seinem normalen, sehr hohen Niveau tanzen wird. Wenn das Pferd die Abfolge der Lektionen kennt, lässt sich damit Sicherheit im Viereck gewinnen. Für das Pferd und für den Reiter. 

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