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Isabell Werth holt in Rotterdam 20. EM-Titel

Isabell Werth holt in Rotterdam 20. EM-Titel

26/08/2019 um 10:19

Die deutschen Dressurreiterinnen haben bei der Europameisterschaft in Rotterdam das Teilnehmerfeld überlegen dominiert. Gold für die Mannschaft, zwei Deutsche auf dem Podest im Special und drei Medaillen in der Kür - die Medaillen gingen fast ausnahmslos an Isabell Werth, Dorothee Schneider und Isabell Werth. Die holte sich am Schluss ihr 20. EM-Gold.

Die deutschen Dressurreiterinnen haben ihre Spitzenposition bei der Europameisterschaft in Rotterdam eindrucksvoll unter Beweis gestellt. So souverän und in so großer Leistungsdichte waren die Deutschen im Dressursattel selten unterwegs. Isabell Werth, in der Regel eine Klasse für sich, zelebrierte mit Dorothee Schneider und Jessica von Bredow-Werndl Dressursport auf höchstem Niveau und lieferte sich mit ihren Team-Kolleginnen einen Wettstreit um Gold, der für die Zuschauer atemberaubenden Sport in Ausnahme-Qualität bot. 

Den Auftakt machte bei der EM in Rotterdam die Mannschafts-Entscheidung, bei der die deutschen Teilnehmer Isabell Werth mit Bella Rose, Jessica von Bredow-Werndl mit Dalera, Dorothee Schneider mit Showtime und Sönke Rothenberger mit Cosmo souverän Gold holen konnten. Hinter dem Team der Sieger war jedoch viel Nervenstärke gefragt. Die Niederländer wollten vor heimischem Publikum glänzen, lagen jedoch zunächst außerhalb der Medaillenränge. Schlussreiter Edward Gal gelang es schließlich  mit seinem Pferd Zonik entscheidende Punkte zu holen und verschaffte dem Team Oranje einen hauchdünnen Vorsprung vor den Schweden, so dass die Bronzemedaille sicher war. Die Briten lagen auf Medaillen-Kurs. Doch dann wurde nach dem Ritt von Charlotte Dujardin und Mount St. John Freestyle Blut an der Flanke des Pferdes gefunden. Das Paar wurde gemäß der Blutregel disqualifiziert und die Briten rutschten vom Silberrang zurück auf Platz vier. Die Niederlande holten Silber, Schweden ritt mit Bronze vom Platz.

Nachdem die Mannschaft bereits souverän Gold verbuchen konnte, legten die deutschen Dressurreiterinnen in der Einzel-Entscheidung im Grand Prix Special nach.  Bronze ging in dieser Prüfung an die Dänin Cathrine Dufour im Sattel von Cassidy mit einer Wertnote von 81,337 Prozent. Die Entscheidung um Gold und Silber machten Isabell Werth und Dorothee Schneider unter sich aus. Beide Paare erhielten Wertnoten oberhalb von 85 Prozent und waren damit in eigenen Spähren unterwegs. Isabell Werth und Bella Rose wurden von den Richtern mit 86,520 Prozent und Dorothee Schneider und Showtime mit 85,456 Prozent bedacht. Die Bestnote 10 erhielten beide Paare mehrfach. Insgesamt 21 Mal zückten die Richter die 10,0 bei Showtime allein für die herausragende Passage-Tour des Wallachs. Bei Bella Rose war es neben der Passage auch die Piafffe-Tour, die dem Paar de Betnosten einbrachte. War es für Dorothee Schneider ein bewegender Moment Silber in der Einzelwertung zu erhalten, konnte sich Isabell Werth in dieser Prüfung über ihre 19. Goldmedaille bei einer EM freuen.

EM-Goldmedaille Nummer 20 sicherte sich die Nummer eins der Welt zwei Tage später in Rotterdam bei der Entscheidung in der Grand Prix Kür. Hier legte Jessica von Bredow-Werndl mit Dalera vor und erzielte mit 89,107 Prozent ein derart hohes Ergebnis, dass ihr ein Medaillenrang bereits sicher war. Doch welche Farbe das Edelmetall haben würde, war noch offen. Isabell Werth und Bella Rose lieferten als nächstes Paar eine Vorstellung, die 90,875 Prozent erhielt. Doch da die drei deutschen Paare eine enorm hohe Leistungsdichte zeigten, musste Isabell Werth abwarten welches Ergebnis Dorothee Schneider mit Showtime liefern würde. Das letzte deutsche Paar glänzte wie erwartet im Viereck von Rotterdam, wurde von den Richtern mit 90,561 Prozent gesehen und sicherte sich damit Silber. Gold ging an Isabell Werth, Bronze an Jessica von Bredow-Werndl. 

Die deutschen Dressurreiterinnen und ihre aktuellen Pferde sind eine Klasse für sich. Es gibt aktuell nur wenige Paare im Ausland, die an diese Qualität heranreichen. Charlotte Dujardin und Mount St. John Freestyle sind mit Sicherheit ebenfalls auf diesem Niveau unterwegs, doch die Eliminierung des Paares im Team-Wettbewerb sorgte dafür, dass Charlotte Dujardin bei der EM keine Konkurrenz für die deutschen Reiterinnen war. 

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