Eurosport

Isabell Werth untermauert ihren Führungsanspruch mit fünftem Weltcup-Titel

Isabell Werth untermauert ihren Führungsanspruch mit fünftem Weltcup-Titel

08/04/2019 um 13:57Aktualisiert 08/04/2019 um 13:58

Sie ist die Königin des Dressursports. Die beste Reiterin der Welt. Kein anderer Reiter hat so viele Titel gewonnen wie Isabell Werth. An diesem Wochenende hat sie erneut ihre herausragende Kompetenz bewiesen und sich zum fünften Mal in ihrer Ausnahme-Karriere den Weltcup-Titel geholt. Dabei gelang es ihr zum dritten Mal in Folge mit dem gleichen Pferd die Konkurrenz auf die Plätze zu verweisen.

Isabell Werth ist das Maß der Dinge im Dressursport und das hat sie auch an diesem Wochenende beim Longines FEI Weltcup-Finale der Dressurreiter im schwedischen Göteborg wieder einmal mit Bravour unter Beweis gestellt. Keine Frage, Isabell Werth hat mit Weihegold OLD, der inzwischen 14-jährigen Rappstute, ein hervorragendes Pferd unter dem Sattel, das die Lektionen beherrscht. Ohne ein solches Pferd und eine Sponsorin wie Madeleine Winter-Schulze, die ihr das Pferd gesichert hat, sind Spitzenleistungen nicht möglich. Doch es gehört noch mehr dazu. Zum Beispiel Fingespitzengefühl und verdammt gute Nerven.  Denn die Konkurrenz ist ebenfalls hervorragend beritten und holt auf. “Ich kann ihren Atem in meinem Nacken spüren,” gab die Nummer eins der Welt  an diesem Wochenende zu.

Doch genau diese Situation, ein spektakuläres Starterfeld mit exzellenten Reitern und exzellenten Pferden, bereiten der 50-jährigen Dressurreiterin Freude, sind Ansporn für sie. Das Dressurreiten ist ihre Leidenschaft, kein Feld für Selbstbeweihräucherung. Das Reiten steht bei ihr stets im Mittelpunkt. Deshalb fällt es ihr auch leicht selbstkritisch zu sein. Mit ihrer Stute Weihegold brillierte sie an diesem Wochenende im Scandinavium von Göteborg, konnte in beiden Prüfungen den Sieg holen, gab aber auch zu, dass es an ihr selbst lag, dass die Ergebnisse nicht noch besser ausgefallen waren.  Im Grand Prix de Dressage von den Richtern mit 81,755 Prozent beurteilt und in der Kür mit 88,871 Prozent belohnt, hätten die Wertnoten durchaus noch weiter oben liegen können. In der Kür misslangen an einer Stelle die fliegenden Galoppwechsel. Während die Lektionen durchweg von Wertnoten 8,5 und 9, 9,5 geprägt waren, erhielt Isabell Werth bei den Einerwechseln von den Richtern 4-en, 5-en und 6-en. Das kostete Punkte.

„Es wäre heute fast perfekt gewesen, wenn ich nicht so arrogant in den Einerwechseln gewesen wäre. Zwischendurch war ich mir fast schon ein bisschen zu sicher, hatte das Grinsen schon im Gesicht. Das war unnötig. Aber Weihe war heute fantastisch und hat verdient gewonnen. Das war einfach ihr Tag. Als das Publikum auf der Schlusslinie schon applaudierte, war ich ganz euphorisch und hatte Gänsehaut. Die Atmosphäre war, wie immer hier in Göteborg, überragend“, sagte Werth. Die Bilanz von isabell Werth, die sie an diesem Wochenende ziehen kann ist dabei durchweg positiv. Mit ihrem dritten Weltcup-Titel in Folge, drei Mal siegte sie mit Weihegold hintereinander, und ihrem insgesamt fünften Weltcup-Titel hst sie ihrer unendlich langen Liste an Erfolgen einen weiteren Diamanten hinzugefügt.

Platz zwei belegte in beiden Prüfungen und damit auch in der Gesamtwertung  Laura Graves, die bereits bei den letzten beiden Weltcup-Finals hinter Isabell Werth auf der Ergebnisliste stand. Die 31-jährige US-Amerikanerin, der es durchaus schon gelungen ist einmal vor Isabell Werth auf dem Podium zu stehen, ist derzeit mit ihrem Pferd Verdades Werth’s härteste Konkurrentin. Platz drei sicherte sich in Göteborg mit Helen Langehanenberg und Damsey das zweite deutsche Paar, das mit 86,571 Prozent ein fabelhaftes Ergebnis nachhause brachte. Wie Verdades ist auch Damsey inzwischen 17 Jahre alt aber in der Blüte seiner Form und Leistung. Damsey zeigte sich auch auf der Schlusslinie noch voller Energie und derart motiviert, dass er erst kurz vor dem Richter bei C zum Halten kam – was Magnus Ringmark einen mehr als überraschten Gesichtsausdruck abnötigte. „Das war lustig. Aber ich habe Helen vertraut, dass sie noch rechtzeitig den Rückwärtsgang einlegt“, kommentierte der Schwede anschließend de Situation.

Ergebnisse Grand Prix Kür

0
0