Für Martin Fuchs ist mit der Goldmedaille bei der Europameisterschaft der Springreiter in Rotterdam ein Traum wahrgeworden. Nach Silber bei der WM in Tryon im September 2018 und Silber beim Weltcup-Finale in Göteborg im April 2019, hat der Schweizer nun endlich einmal Gold geholt. Dabei ist der Springreiter gerade einmal 27 Jahre alt. 

Es ist das zweite Mal, dass ein Schweizer Europameister geworden ist. Das erste Mal gelang dieser Coup Willi Melliger im Jahr 1993 in Gijon, im Sattel von Quinta. Damals war Martin Fuchs gerade einmal ein Jahr alt. In diesem Jahr, 26 Jahre nach dem Schweizer Triumph, hat Martin Fuchs nun den Sieg erneut in die Schweiz entführt. Das besondere daran: Martin Fuchs ist der Patensohn von Willi Melliger, der 2018 verstarb. 

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Die Entscheidung um Gold und Silber war enorm knapp und verlangte von den beiden letzten Startern im zweiten Umlauf viel Nervenstärke. Martin Fuchs, als Vorletzter im Sattel seines Pferdes Clooney angetreten, setzte auf eine sichere Runde, drückte nicht so sehr aufs Gas und riskierte Zeitstrafpunkte. Ein Abwurf hätte ihm vier Punkte eingebracht. Damit wäre Fuchs hinter den Belgier Jos Verlooy (6,68) gerutscht, hätte Silber riskiert und sich eventuell mit Bronze begnügen müssen. Der Zeitstrafpunkt sorgte dafür, dass Silber mit 4,46 Punkten sicher war. 

Für den letzten Starter, den Briten Ben Maher war Gold zum Greifen nah. Er hatte lediglich 0,62 Punkte auf dem Konto und lag damit deutlich vorne. Doch ein Abwurf am vorletzten Sprung des Parcours von Louis Konickx ließ die goldenen Träume vom EM-Titel zerplatzen. Ben Maher hatte nun 4,62 Punkte und damit Silber. Gold ging an Martin Fuchs. Jos Verlooy und Igor, ein Paar, das bereits in den letzten 12 Monaten immer wieder überzeugt und beeindruckt hat, belegte Bronze. 

Hinter den Podestplätzen rangierten Simone Blum mit Alice auf Platz vier und Marcus Ehning mit Comme il Faut auf Platz fünf. Während Simone Blum am Finaltag einen Abwurf kassierte und damit nach hinten rutschte, konnte sich Marcus Ehning, der bereits in der ersten Runde der Mannschaftswertung durch zwei Abwürfe aus den Top Ten verabschieden musste, am letzten tag kräftig Boden gutmachen und sich deutlich in der Rangierung verbessern. Für eine Medaille reichte es jedoch bei beiden deutschen Springreitern nicht.

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