Mit insgesamt 25,60 Strafpunkten beträgt der Rückstand auf den führenden Briten Oliver Townend vor dem abschließenden Springen am Montag nur zwei Zähler.
"Leider ist der Protest abgewiesen worden", schrieb Jung auf seinem Instagram-Account: "Ich behalte die elf Strafpunkte."
Auch für die Hoffnungen der deutschen Equipe ist es ein empfindlicher Dämpfer. Nach der Dressur war Deutschland hinter den nach wie vor führenden Briten Zweiter, nach Jungs Missgeschick liegt das Team von Bundestrainer Hans Melzer vor dem abschließenden Springen am Montag auf Rang sechs.
Olympia - Reiten
Patzer in der Dressur: Vielseitigkeitsteam vorerst auf Platz fünf
30/07/2021 AM 12:04
Jung hatte nach der Dressur geführt, doch auf seinem Wallach Chipmunk leistete er sich im Gelände auf der Halbinsel Sea Forest einen Hindernisfehler. Nach einer minimalen Berührung hatte der Sicherheitsmechanismus, das sogenannte MIM-System, ausgelöst - was Jung verwunderte. Chipmunk habe "sicher die Ecke ein bisschen berührt, aber lange nicht so, dass ich damit gerechnet hätte, dass die Stange runterfällt".
https://www.instagram.com/stories/michaeljungofficialnews/2630639251916435472/

Equipe nur auf Rang sechs

"Damit ihr mich nicht falsch versteht", schrieb Jung weiter: "Das MIM-System ist gut, wenn es einen Sturz verhindert so wie bei mir in Luhmühlen." Nun aber habe "Chip einen tollen Sprung gemacht und diese Entscheidung nicht verdient. Es ist hart, dass einem sowas bei Olympia passiert".
Die deutsche Teamleitung legte Protest ein, der nach einer Anhörung von der Ground Jury abgewiesen wurde. Es wurde demnach nachgewiesen, dass nach dem Ritt des Neuseeländers Tim Price die MIM-Clips an den Hindernissen gewechselt worden und damit bei Jungs Ritt nicht abgenutzt waren. Von einer Anrufung des FEI-Tribunals habe man "in Abstimmung mit dem Reiter und der Teamleitung mangels Erfolgsaussichten abgesehen".
Damit erlitten auch die deutschen Medaillenhoffnungen in der Teamwertung einen herben Dämpfer. Da auch Ex-Weltmeisterin Sandra Auffarth (Ganderkesee) mit einem Vorbeiläufer (20 Strafpunkte) patzte, liegt die Equipe von Bundestrainer Hans Melzer vor dem abschließenden Springen am Montag (ab 10:00 Uhr bei Eurosport) nur auf Platz sechs. Der Rückstand auf den Bronzerang beträgt 17,1 Punkte.
"Man gibt immer erst auf, wenn der letzte Reiter durchs Ziel geritten ist", sagte Melzer.

"Schwarzer Tag für deutschen Reitsport": Jung patzt im Gelände

Krajewski überzeugt beim Geländeritt

Im deutschen Trio überzeugte nur Krajewski, die sich am Sonntag nur 0,4 Strafpunkte wegen knapper Zeitüberschreitung einhandelte. "Ich bin sehr erleichtert und sehr stolz", sagte Krajewski, die vor fünf Jahren in Rio beim Silbermedaillengewinn im Team durch ihre Disqualifikation im Gelände für das deutsche Streichergebnis gesorgt hatte.
Alle Ergebnisse aus der Dressur und dem Gelände fließen sowohl in die Einzel- als auch die Teamwertung ein. Die Entscheidung über die Medaillen in beiden Wertungen fällt am Montag im Springen - zunächst im Team (ab 10.00 Uhr MESZ), ab 13.45 Uhr MESZ dann im Einzel. Anders als noch in Rio gibt es in Tokio kein Streichergebnis.
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(SID)

Starker Ritt von Julia Krajewski im Gelände

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