Die Corona-Pandemie hat den Reitsport fest im Würgegriff. Immer mehr Turniere werden abgesagt. Nationenpreis-Veranstaltungen wie La Baule (Frankreich), Rotterdam und St. Gallen (Schweiz) fallen in diesem Jahr aus. Das Aachener CHIO wird auf den Herbst verschoben. Die Olympischen Spiele sind ins Jahr 2021 verlegt worden. In Polen und den Niederlanden sind vorerst alle Turniere abgesagt. In den Niederlanden gilt das inzwischen bis zum 1.Juni. Die französische FN hat nun bekannt gegeben, dass ein Großteil der nationalen Championate ausfällt. Trotz der Turnierabsagen stehen Reitsportler im Vergleich mit anderen Sportlern gut da. 

Der Reitsport hat im Hinblick auf die Maßnahmen zur Infektionsbekämpfung in der Corona-Pandemie eine Ausnahmestellung. Das Pferd braucht Bewegung. Daher war Reiten grundsätzlich weiterhin erlaubt, als Ende März Sport auf Plätzen und in Anlagen verboten wurde. Das Tierwohl war hier maßgeblich und sorgte dafür, dass Reitern im Vergleich mit anderen Sportlern Privilegien zugesprochen wurden. Doch die Regeln sind inzwischen in einigen Ländern zunehmend verschärft worden. Längst nicht mehr in allen europäischen Staaten dürfen Reiter ihren Sport trotz der Verordnung weiterhin uneingeschränkt ausüben. 

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In einigen Regionen Frankreichs und Spaniens sind die Ställe gesperrt, Besitzer dürfen nicht mehr zu ihren Pferden. Versorgt werden die Tiere nun durch Stallbetreiber und Stallpersonal. Bei den Spitzenreitern im Sport sind die Eigentümer und / oder Betreiber oft die Reiter selbst. Von daher sind die Profis von den Verboten in der Regel nicht betroffen. In Österreich ist aber generell das Springreiten aktuell untersagt. Der Hintergrund ist – wie bei den Stallsperrungen in einigen Regionen – dass Reiten ein besonders gefährlicher Sport ist. Unfälle, die im Reitsport passieren, könnten dazu führen, dass der Reiter ein Krankenhausbett benötigt, dass eigentlich für Corona-Patienten vorgesehen ist. Und bewegt werden kann ein Pferd schließlich auch ohne Hindernisse.

Verglichen mit den Nachbarländern stehen die deutschen Reiter daher aktuell noch gut da. Trotzdem stellt sich die Frage: “Droht uns das gleiche in Deutschland?” Das ist nicht überall auszuschließen. Letzte Woche besuchten Mitarbeiter des Ordnungsamtes Pinneberg Reitställe im Kreis, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Der Kreis Pinneberg, am Speckgürtel von Hamburg gelegen, weist eine hohe Dichte an Pferdehaltungen auf. Stall reiht sich an Stall, viele davon sind Pensionsställe, in denen Freizeitpferde stehen. Aber auch Spitzensportler wie Janne Friederike Meyer-Zimmermann, Nisse Lüneburg, Carsten-Otto Nagel und andere bekannte Namen halten und trainieren ihre Pferde in dieser Region. Zugleich ist Pinneberg diejenige Region mit den meisten Corona-Infizierten im Bundesland Schleswig-Holstein. Klar, dass sich die Ämter im Hinblick auf die Versorgung von Pandemie-Patienten Gedanken machen. 

Im Moment sind Reiter in Deutschland weiterhin privilegiert und dürfen größtenteils ihre Pferde selbst versorgen. Damit das so bleibt, ist es aber wichtig, dass auch bei bestem Wetter die Empfehlungen der Reiterlichen Vereinigung (FN) beherzigt werden. Je Pferd soll nur eine Person am Tag den Stall besuchen. Das Pferd soll zügig bewegt werden, danach der Stall wieder verlassen werden. Abstände auf Reitplätzen und in Hallen sollen gewahrt werden, damit das Infektionsrisiko minimiert wird. (sts)

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