Angesichts der aktuellen internationalen Situation habe man sich dazu entschlossen, teilte die UEC in einem Statement mit. Man werde nun alles daransetzen, um noch für dieses Jahr einen Ersatz-Ausrichter zu finden.
Aus Protest gegen die erzwungene Landung eines Passagierflugzeugs in Minsk hatte der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) seine Mannschaft bereits am Dienstag von der EM zurückgezogen. Man habe, so hieß es seitens des BDR, mit der UEC Kontakt aufgenommen und deutlich gemacht, dass unter diesen Umständen eine Teilnahme nicht möglich sei. Zudem habe man auf eine Alternativlösung gedrängt. Am selben Tag erklärte auch der niederländische Verband KNWU seinen Verzicht auf eine Teilnahme in Minsk.
Der BDR begrüßte am Donnerstag die Entscheidung folgerichtig. "Auf eine solche Eskalation müssen auch Sportverbände reagieren. Wir bedanken uns bei der UEC für diese schnelle Reaktion", teilte Präsident Rudolf Scharping mit.
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Die Belarusian Sport Solidarity Foundation (BSSF), ein Zusammenschluss von Athleten aus Belarus, hatte die UEC bereits Anfang März aufgerufen, die Veranstaltung aufgrund der Menschenrechtssituation im Land an einen anderen Ort zu verlegen. UEC-Präsident Enrico Della Casa reagierte in einem Brief an die BSSF auf dieses Anliegen, kam der Aufforderung darin jedoch seinerzeit nicht nach.

Zwangslandung brachte UEC zum Umdenken

Die UEC respektiere die "Gleichberechtigung all ihrer nationalen Mitgliedsverbände" und wolle und könne sich "nicht in die internen Angelegenheiten dieser Verbände einmischen", schrieb Della Casa in dem Brief. Man sei "rechtlich verpflichtet, diese Veranstaltung zu diesem Zeitpunkt und an diesem Ort auszurichten, und wir konnten keinen anderen geeigneten Ausrichter zu diesem Datum finden", hieß es außerdem.
Am Sonntag war dann ein Ryanair-Flugzeug zur Landung in Minsk gezwungen und ein belarussischer Oppositioneller an Bord festgenommen worden. Der internationale Aufschrei war so laut, dass nun auch die UEC nicht mehr an dem Event in Minsk festhalten konnte. Man habe gemeinsam mit dem belarussischen Verband die Situation aufmerksam verfolgt, diese sei zu einer internationalen Debatte geworden, und vor diesem Hintergrund habe man sich entschlossen, die EM abzusagen, teilte UEC-Präsident Della Casa mit.
Die Vereinigung Athleten Deutschland begrüßte bereits am Mittwoch die Entscheidung des BDR, seine Mannschaft von der EM zurückzuziehen. "Die Ausrichtung von Sport-Großveranstaltungen in Belarus ist mit Blick auf die menschenrechtliche Verantwortung von Sportverbänden äußerst kritisch zu bewerten", sagte Maximilian Klein, bei Athleten Deutschland Beauftragter für Internationale Sportpolitik.
Belarus steht wegen des autokratischen Führungsstils von Machthaber Alexander Lukaschenko international stark in der Kritik. Zuletzt war dem Land bereits die Gastgeberrolle für die Eishockey-WM und die WM der Modernen Fünfkämpfer entzogen worden.

Diskriminierung von Athletinnen und Athleten in Belarus

Medienberichten zufolge sind mehr als 100 Athletinnen und Athleten vom Leistungssport in Belarus ausgeschlossen worden, seit sie einen offenen Brief unterschrieben haben, der ein Ende der Polizeigewalt gegen regierungskritische Demonstranten fordert.
Lukaschenko ist wie Sohn Wiktor, der seinen Vater im Februar an der Spitze des Nationalen Olympischen Komitees abgelöst hatte, von allen olympischen Aktivitäten einschließlich der Sommerspiele in Tokio (23. Juli bis 8. August) ausgeschlossen.
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(SID)

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