"Es steht fest, dass der Angeklagte in der Zeit von 2013/2014 bis 2018/2019 in etwa 100 Fällen nach ausgefeilten Behandlungsmethoden zwölf Sportler gedopt hat", sagte Staatsanwalt Kai Gräber. Die Strafe sei wegen unerlaubten gewerbsmäßigen Anwendens von Arzneimitteln sowie in 24 tatmehrheitlichen Fällen wegen unerlaubten gewerblichen Anwendens von Arzneimitteln auszusprechen.
"Wir haben rechtliches Neuland betreten, ein derartiges Verfahren hat es noch nicht gegeben", sagte Gräber. Erst seit 2015 gibt es in Deutschland ein Anti-Doping-Gesetz. Die Beweisaufnahme habe vier Monate gedauert. "Es war ein anspruchsvolles Verfahren", so Gräber.
Die Anwälte von Mark S. plädierten für eine Aufhebung des Haftbefehls. Ihr Mandant habe bereits fast zwei Drittel einer aus ihrer Sicht angemessenen Strafe von rund drei Jahren abgesessen, der Rest wäre nach ihrer Meinung auf Bewährung zu verhängen.
Radsport
Bluttransfusionen mit Petacchi: Hondo mit neuen Doping-Details
11/11/2020 AM 13:18
Zudem wehrten sie sich gegen das Berufsverbot. "Es kam zu keiner Zeit zu einem Verstoß gegen die ärztlichen Grundsätze", sagte Anwalt Alexander Dann.

Dopingprozess: Bewährung für Komplizen?

Am 27. Februar 2019 fanden im Rahmen der Operation Aderlass Razzien bei der nordischen Ski-WM in Seefeld und in Deutschland statt. Fünf Sportler und zwei Tatverdächtige wurden festgenommen. Mark S. sitzt seit Februar 2019 in Untersuchungshaft, die Zeit wird auf seine Haftstrafe angerechnet.
Für den Komplizen Dirk Q. forderte die Staatsanwaltschaft eine Gesamtstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten. Die weiteren Mittäter wie Krankenschwester Diana S. (zwei Jahre), Rettungssanitäter Sven M. (ein Jahr und sechs Monate) sowie Ansgard S., Vater von Mark S. (ein Jahr), sollen mit Bewährungsstrafen davonkommen.

Dopingprozess: Arzt zeigt Reue

Mark S. hat im Blutdoping-zum Abschluss erneut Reue gezeigt. Nach den Plädoyers von Anklage und Verteidigung wandte sich der Erfurter Sportarzt in seinem Schlusswort noch einmal direkt an Richterin Marion Tischler und versuchte, sein Handeln zu erklären."
"Ich bin falsch abgebogen, das ist alles meine Schuld. Für die Sch...., die man verbockt hat, muss man geradestehen", sagte der Angeklagte. Zugleich ergänzte er auch mit Verweis auf seine vier Mitangeklagten: "Den Brandherd habe ich gesetzt, und es tut mir unendlich leid, dass ich die anderen vier da mit reingezogen habe."
Das könnte Dich auch interessieren: "Aderlass-Arzt" gesteht: "Doping ist an der Tagesordnung"
(SID)
https://i.eurosport.com/2019/03/20/2548119.jpg
https://i.eurosport.com/2019/03/20/2548121.jpg
Radsport
Bergspezialist: Bora-hansgrohe holt Giro-Zweiten von 2020
VOR 2 STUNDEN
Burgos-Rundfahrt
Vuelta a Burgos: Ineos-Trio in Massensturz verwickelt
VOR 4 STUNDEN