Degenkolb hatte 2011 als letzter deutscher Radprofi das frühere Rennen um den Henninger Turm gewonnen. Die vergangenen vier Ausgaben waren allesamt an den Norweger Kristoff gegangen.
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Ackermann: "Ein geiles Gefühl"

Pascal Ackermann riss die Arme jubelnd in die Höhe und nahm dann strahlend die Glückwünsche seiner Teamkollegen entgegen. Mit einem kraftvollen und energischen Sprint hat der deutsche Meister nach achtjähriger Durststrecke wieder für einen deutschen Sieg beim Rad-Klassiker Eschborn-Frankfurt gesorgt. Der 25-Jährige aus dem Team Bora-hansgrohe setzte sich nach 187,5km an der Alten Oper im Zentrum der Mainmetropole vor Lokalmatador John Degenkolb durch.
Ackermann, der in zehn Tagen beim Giro d'Italia seine Premiere bei einer großen Landesrundfahrt feiern wird (live im TV und in Livestream bei Eurosport), war überglücklich:
Wir kamen mit einem Ziel nach Frankfurt, und das war hier zu gewinnen. Es ist ein geiles Gefühl, es so zu vollenden. Die Jungs sind den ganzen Tag vorne gefahren und am Ende war es schön, dass ich den Sieg holen konnte. Ich stand zwar heute unter etwas mehr Druck, denn als deutsches Team bei einem deutschen Rennen wollten natürlich alles versuchen zu gewinnen. Das Team ist in Topform und wir freuen uns alle auf den bevorstehenden Giro d’Italia.

Degenkolb nach Krämpfen "happy"

Degenkolb behinderten dagegen am Ende hartnäckige Krämpfe, daher war er mit seinem Ergebnis zufrieden: "Es hat leider nicht ganz gereicht, aber ich habe eine ziemlich gute Show abgeliefert. Ich bin happy darüber." Rang zwei war für ihn das Ergebnis einer enormen Energieleistung. "Der Wille war groß, das zählt", sagte er.
Auf den letzten Metern ließ sich Ackermann auch von einer kleinen Rangelei auf der Zielgeraden nicht irritieren und sorgte im Verbund mit Degenkolb für einen seltenen deutschen Doppelsieg beim früheren Henninger-Turm-Rennen. Auf Rang drei kam der Norweger Alexander Kristoff, der die letzten vier Ausgaben des Rennens gewonnen hatte. Der letzte Frankfurt-Sieger im deutschen Meistertrikot war Erik Zabel vor 20 Jahren.

Greipel kann nicht mithalten

Ackermanns Bora-Mannschaft hatte alles auf eine Sprintankunft für ihren Kapitän ausgerichtet. Sie diktierten das Tempo des Pelotons und brachten den Pfälzer in eine gute Ausgangsposition. Letztlich ging der Plan perfekt auf. "Wir hatten das Rennen dick angestrichen im Kalender, die Mannschaft hat fantastisch gearbeitet", sagte Bora-Teamchef Ralph Denk nach dem 19. Saisonsieg des deutschen Rennstalls.
Am Mammolshainer Berg, dem giftigen Stich, der bis 23 Prozent Steigung aufweist und vier Mal überfahren werden musste, waren wirkungsvolle Attacken erwartet worden. Aber selbst bei der letzten Überfahrt konnte sich kein Fahrer entscheidend lösen. Doch zumindest hatten die 3222 Höhenmeter quer durch den Taunus viele Kräfte gekostet, Routinier Andre Greipel etwa verlor den Anschluss.
Eine siebenköpfige Spitzengruppe ohne deutsche Beteiligung hatte das Rennen lange Zeit geprägt, das Peloton auch mit den einheimischen Siegaspiranten Degenkolb, Ackermann und Nils Politt (Katusha-Alpecin) kontrollierte den Abstand allerdings planmäßig, er wuchs nie über fünf Minuten an. Später unternahm Deutschland-Tour-Sieger Matej Mohoric aus Slowenien noch einen vergeblichen Versuch, denn er und seine vier Begleiter wurden wenige Kilometer vor dem Ziel gestellt.

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Degenkolb verpasst Heimsieg

Die drei Deutschen wollten mit einem starken Auftritt ihr Frühjahr mit einem Achtungszeichen abschließen. Nicht für alle war dieses durchweg ein Erfolg gewesen. An Degenkolb nagte etwa die Enttäuschung bei seinem Lieblingsrennen Paris-Roubaix, als er nicht in den Kampf um den Sieg eingreifen konnte. "Ich verspüre ein bisschen Wut im Bauch, weil ich nicht das erreicht habe, was ich mir gewünscht habe", hatte der Wahl-Hesse im Vorfeld gesagt.
Einer seiner großen Vorteile war die Streckenkenntnis. Nur wenige Autominuten vom Ziel in der Mainmetropole wohnt der gebürtige Thüringer in Oberursel, der Kurs durch den Taunus ist häufig auch Degenkolbs Trainingsgebiet. Am Mammolshainer Berg lief am Mittwoch auf persönlichen Wunsch sogar ein Song der Foo Fighters, als Degenkolb das erste Mal dort vorbeifuhr. Aber letztlich sorgte Ackermann für den Hit des Tages.
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