Peter Sagan, nach dem vierten Platz bei Mailand-Sanremo und einem Etappensieg bei der Katalonien-Rundfahrt: Würde es Sie stören, wenn wir Sie auch dieses Jahr wieder als einen der Favoriten für die 'Ronde' beschreiben?
Peter Sagan: Das würde mich nicht stören, aber ich würde widersprechen. Ich bin dieses Jahr nicht auf dem Level, das ich normalerweise vor Flandern und Roubaix habe.
Hätten Sie erwartet, in Katalonien eine Etappe zu gewinnen?
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Sagan: Ich versuche immer, eine Etappe zu gewinnen, wenn ich bei einem Rennen antrete. Aber der Hauptgedanke war dort schon, qualitative Kilometer in die Beine zu bekommen nach meiner Covid-Pause. Ich denke, das hat gut geklappt und bin auch sehr froh über den Sieg.
Im Rückblick war es angesichts der Corona-Zwangspause des Teams in Belgien ohnehin eine weise Entscheidung, in Spanien zu fahren, anstatt wie sonst auf die flämischen Rennen zu setzen, oder?
Sagan: Sicher war es besser in Spanien Rennen zu fahren, als in Belgien Rennen zu verpassen. Da hatte ich diesmal Glück.
Mit welcher Taktik wollen Sie es nun am Sonntag mit Alaphilippe, Van Aert und van der Poel aufnehmen?
Sagan: Ich denke nicht allzu viel über Taktik nach. Wir müssen schauen, wie meine Beine sind und wie sich das Rennen entwickelt. Wenn wir dann dabei sind, müssen wir smarte Entscheidungen treffen und unsere Karten klug spielen. Auf dem Papier haben wir ein starkes Team und verschiedene Trümpfe in der Hand. Aber wir müssen auch erstmal sehen, wie die Quarantäne sich bei den Jungs ausgewirkt hat.

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Was glauben Sie, wie sie drauf sind?
Sagan: Wir müssen schauen. Es war sehr wichtig, dass sie am Mittwoch (Dwars door Vlaanderen) fahren konnten. Aber trotzdem war die Vorbereitung natürlich alles andere als gut. Nils war vor der Quarantäne sehr stark, und auch Pösti und Daniel sahen gut aus. Aber nachdem, was passiert ist, sollte man uns wohl eher als Außenseiter betrachten.
Können Sie Ihre Form mit 2016 vergleichen, als Sie die Flandern-Rundfahrt gewannen?
Sagan: Wie gesagt: Ich bin nicht auf dem Level, das ich hier haben wollte. Ich habe im Winter viel investiert und mein Training lieg sehr gut. Ich war vor meiner Covid-Infektion in sehr guter Form. Dann habe ich aber zwei Trainingswochen komplett verloren und war auch danach nicht in der Lage, so qualitativ zu trainieren. Ich musste von vorne beginnen. Es ist fast unmöglich, das zu kompensieren, wenn man bedenkt, dass ich nur etwa sechs Wochen dafür hatte. Aber ich bin von Tag zu Tag besser geworden, und das Gute ist: Auch jetzt bin ich mich noch am Steigern.
Wer gewinnt am Sonntag: Der beste Einzelkämpfer oder der mit dem besten Team?
Sagan: Das hängt immer vom Rennverlauf ab. Und es geht auch nicht nur um die großen Favoriten. Denken Sie nur an Bettiol: Er ist ein starker Fahrer, aber wer hätte vor zwei Jahren auf ihn als Sieger gewettet? Er war in guter Form und hat dann die richtigen Entscheidungen getroffen. So gewinnt man in Flandern!
Früher waren Sie Bora – hansgrohes einzige Echte Option für den Sieg bei einem großen Kopfsteinpflaster-Klassiker. Jetzt ist Nils Politt an Ihrer Seite – wie verändert das Ihre Herangehensweise?
Sagan: Überhaupt nicht. Die Schwierigkeit bei diesen Rennen ist, mit den Favoriten ins Finale zu kommen, ohne zu stürzen oder Defekte zu haben und so weiter. Dann kann man anfangen, darüber nachzudenken, was man selbst als nächstes unternimmt. Natürlich ist es da dann immer ein Vorteil, mehr als einen Fahrer zu haben. Das Problem ist nur, dass für uns beide die Vorbereitung alles andere als ideal war.
Am Ende des Jahres läuft Ihr Vertrag bei Bora – hansgrohe aus. Teamchef Ralph Denk hat gesagt, dass die Gespräche laufen. Werden Sie das Trikot des Teams auch 2022 noch tragen?
Sagan: Das werden wir sehen, wenn die Gespräche abgeschlossen sind…
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