Die Mission Giro-Sieg ist für Emanuel Buchmann fast gelaufen - glaubt Jens Voigt.
"Wenn Emu sich verbessern will, muss er entweder am Berg oder im Zeitfahren Boden gut machen. Da ist die große Frage: 'Kann er das?' Wenn er es könnte, dann hätte er das bereits getan", sagt der Eurosport-Experte, der 2008 selbst eine Etappe beim Giro d'Italia gewann.
Es deute wenig daraufhin, dass Buchmann noch einmal zu Leader Egan Bernal vom Team Ineos Grenadiers und dessen Verfolger Remco Evenepoel (Deceuninck-Quick-Step), der 14 Sekunden Rückstand hat, aufschließen kann.
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Im Gegenteil: "Ich sehe Buchmann im Moment zwischen Platz sieben und zehn, aber auch das wird schwierig und ist kein Geschenk. Er muss aggressiver fahren, aktiv werden, Zeit rausholen", fordert Voigt.

Voigt fordert aktivere Fahrweise: "Buchmanns Stunde kommt noch"

Voigt lobt Team Bora: "Wie aus dem Lehrbuch"

Eine Herkulesaufgabe, denn der Giro sei "in diesem Jahr extrem stark besetzt". Voigt sieht "vorne im Klassement keinen Fahrer, der da nicht hingehören würde. Keinen, den Buchmann zwingend im Griff haben müsste. Das sind alles sehr gute Leute."
Immerhin: Dem Team "Bora-hansgrohe stellt der 49-Jährige ein exzellentes Zeugnis aus.
"Das ist eine gute und geschlossene Mannschaft. Was das Team am Sonntag beim Sieg auf der 10. Etappe gezeigt hat, war wie aus dem Lehrbuch. Das berühmte 'Einer für alle, alle für Einen' hat die Mannschaft mit Buchmann mustergültig vorexerziert", so Voigt im Hinblick auf den Tageserfolg von Bora-Sprintstar Peter Sagan.

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Im Kampf um den Gesamtsieg aber hat der Ex-Profi nur noch drei Namen auf dem Zettel.
"Der Vorteil liegt bei Bernal. Er hat als Tour-de-France-Sieger von 2019 bereits eine große Rundfahrt gewonnen und weiß ganz genau, was ihn in der dritten Woche erwartet. Darüber hinaus hat der Kolumbianer gleich mehrere gute Bergfahrer im Team, die ihn begleiten können."

Voigt: Bernal hat zwei Herausforderer

Im Vorfeld des Giro hatte es noch Zweifel daran gegeben, ob der 24-Jährige aufgrund von Rückenproblemen die Strapazen der Italien-Rundfahrt überstehen kann. "Dieses Fragezeichen hinter dem Namen Bernal können wir wegradieren. Der Mann ist kerngesund und hat aus meiner Sicht die volle Punktzahl in der Favoritenfrage", stellt Voigt klar.
Knapp hinter dem Träger des Rosa Trikots sieht der Eurosport-Experte Deceuninck-Profi Remco Evenepoel, auch wenn dem Belgier bei seiner ersten Rundfahrt über drei Wochen die Erfahrung fehlt. "Ich gebe ihm nur einen Punkt weniger als Bernal", so Voigt, der überdies einen weiteren Namen ins Spiel bringt. "Ich glaube, dass auch Simon Yates noch einiges zeigen wird." Der Brite vom Team BikeExchange, 2018 Sieger bei der Vuelta, belegt aktuell mit 56 Sekunden Rückstand Rang neun.
Schwer vorstellbar, dass Buchmann auf den noch ausstehenden elf Etappen ob dieser Konkurrenz und seines Rückstandes noch vorne angreifen kann ...
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