In seiner kurzen Karriere hat es Remco Evenepoel (Deceuninck - Quick-Step) schon sehr oft geschafft, das Radsport-Universum zu überraschen.
Am Samstag startet der 21-jährige Belgier, ohne ein einziges Vorbereitungsrennen absolviert zu haben, beim Giro d'Italia in die erste Grand Tour seines Lebens.
Im vergangenen Jahr war Evenepoel vor der in den Herbst verschobenen Italien-Rundfahrt als einer der Topfavoriten gehandelt worden. Doch dann machte der schwere Sturz in der Lombardei, bei dem er sich einen Beckenbruch zuzog, seine Teilnahme unmöglich.
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Aufgrund der langen Verletzungspause wird von Evenepoel diesmal offiziell nur erwartet, dass er so lange mitfährt wie möglich. Obwohl er alle vier Rundfahrten (San Juan, Algarve, Burgos, Polen), an denen er 2020 teilnahm, auch gewann, weiß niemand, wie Evenepoel mit einer dreiwöchigen Rundfahrt zurechtkommt. Zudem fehlt ihm diesmal auch die optimale Vorbereitung.

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Evenepoel-Plan: "Schauen von Tag zu Tag"

"Beeindruckend?", reagierte der elffache Monument-Gewinner Roger De Vlaeminck gegenüber "cyclingnews" auf die Frage nach den bisherigen Leistungen des Jungstars, um dann fortzufahren: "Warten wir erstmal ab, wie er mit den langen Cols zurechtkommt!"
Damit meinte der Belgier, dass sein Landsmann erst noch beweisen muss, ob er in den großen Rundfahrten auch im Hochgebirge so gut klettert wie in den Anstiegen der Algarve- oder der Burgos-Rundfahrt.

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"Wir schauen Tag für Tag, wie es ihm geht. Jeder weiß, dass er sich erst wieder an das Peloton gewöhnen muss, daher wird in der ersten Woche wichtig sein, dass ihn jemand durch das Rennen führt. Dann werden wir Tag für Tag schauen, und normalerweise fällt bei einer Grand Tour in der letzten Woche die Entscheidung", sagte Patrick Lefevere. Der Teamchef von Deceuninck - Quick-Step will seinen Rohdiamanten vorsichtig an die neue große Aufgabe heranführen.

Evenepoel beim Giro: "Es besteht immer ein Risiko"

Evenepoel konnte erst Anfang März wieder richtig mit dem Training beginnen. In seinem ersten Höhenlager am Teide auf Teneriffa schaffte er es noch nicht, seinen Teamkollegen zu folgen. Das lief im abschließenden Camp in der Sierra Nevada schon viel besser. Zuletzt trainierte Evenepoel in den belgischen Ardennen.
Zuvor schon war klar, dass der Giro d'Italia sein Comeback-Rennen sein und Evenepoel damit ohne einen einzigen Renntag in den Beinen antreten wird. "'Es besteht immer ein Risiko, aber wir haben uns die Zeit genommen, damit er sich erholt, und beschlossen, es nun zu versuchen. Seit er wieder mit dem Training angefangen hat, ist alles gut gelaufen. Er war in Höhentrainingslagern und hat alles getan, um bereit zu sein", sagte Lefevere.
Ob es reicht und ob es klug ist, nach dieser schweren Verletzung und zehn Monaten ohne Renneinsatz in den auch diesmal wieder schweren Giro d'Italia zu gehen, muss sich zeigen. Vielleicht überrascht Evenepoel ja wieder alle?
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