SID

Kristina Vogel peilt bei der Bahnrad-WM in Hongkong neue Erfolge an

"Die, mit dem Sattel": Vogel peilt neue Erfolge an
Von SID

11/04/2017 um 12:27

Die Anekdote mit dem Sattel hat Kristina Vogel unzählige Male erzählt. Manchmal stellt sich die Bahnrad-Olympiasiegerin auch gleich als "die mit dem Sattel" vor. Mit dem denkwürdigen Sprinttriumph in Rio trotz des abgebrochenen Radaufsatzes hat die Erfurterin ein Stück deutsche Sportgeschichte geschrieben, die WM ab Mittwoch in Hongkong wird ihr längst nicht diese Aufmerksamkeit bescheren.

Und doch: "Es gibt Streifen zu gewinnen, die will ich mir holen. Der Ehrgeiz ist derselbe, man möchte ja auf dem Niveau bleiben", sagte Vogel im Gespräch mit dem SID. Das Regenbogentrikot ist für sie Ansporn genug, das Hochgefühl ihrer Goldmedaille trägt die 26-Jährige dabei nach wie vor: "Man schwimmt noch eine ganze Zeit auf der Olympia-Welle, wir werden sehen, ob ich bei der WM immmer noch so locker bin."

Nach den Sommerspielen war Vogel begehrt wie nie zuvor, wurde von Termin zu Termin gereicht, war Gast bei Ehrungen und Empfängen. Bewusst ließ sie Training erstmal Training sein, genoss das Rampenlicht ausgiebig. "Seit Januar", erzählt sie, "ist wieder alles auf den Sport ausgerichtet. Jetzt richte ich die Termine wieder nach dem Training aus."

Und dass sie trotzdem kaum etwas von ihrer Stärke eingebüßt hat, zeigte sie gleich mit Siegen bei den Weltcups in Kolumbien und den USA. Deshalb geht die gebürtige Kirgisin auch selbstbewusst in die Titelkämpfe in Fernost. "Ich war ein bisschen erschrocken, wie gut das Grundniveau immer noch ist. Ich zehre noch von dem Olympia-Jahr", erzählte sie.

Hohe Ziele in Hongkong

Nach Hongkong reiste Vogel mit dem Tross des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) bereits am 31. März, eine lange Akklimatisierung war ihr wichtig. "Es ist ganz anders als zu Hause, sehr feucht. Es ist besser, je länger man da ist", sagte sie. Schließlich sind die Ziele ambitioniert: "Perfekt wären drei Trikots, sehr gut wäre ein Trikot, gut wären Medaillen."

Leider ist dieses Video nicht mehr verfügbar

Wer sich ihr dabei im Teamsprint mit Miriam Welte (Kaiserslautern), im Sprint und im Keirin in den Weg stellt, ist schwer vorauszusagen. Die nacholympische Saison gilt als Übergangsjahr, erst ab 2018 beginnt die Vorbereitung auf Tokio 2020. "Der Aufbauzyklus fängt zwei Jahre vorher an", erzählte Vogel: "Die Welt versteckt sich, sie kommen alle erst langsam aus ihren Löchern."

Bald ist auch das eigene Haus bezugsfertig, an dessen Bau ihr Lebensgefährte Michael Seidenbecher sie im Olympia-Jahr kaum teilhaben ließ. Vogel sollte sich ganz auf ihren Traum konzentrieren. "Jetzt bin ich im Bilde, was im Haus passiert", sagte Vogel lächelnd: "Wir wollen im Mai einziehen." Vielleicht kann sie das neue Heim dann gleich mit einer weiteren Goldmedaille dekorieren.

Leider ist dieses Video nicht mehr verfügbar