"Ich denke, wer schon früh da war, hat einen Vorteil", meint Eurosport-Experte Jens Voigt und sieht daher einen Belgier in der Favoritenrolle für das Rennen mit Ziel auf der Motorsport-Rennstrecke von Fuji: Remco Evenepoel.
"Der wird ein sehr, sehr gutes Rennen fahren", ist sich der Mecklenburger gerade deshalb sicher, weil der 21-Jährige sich nicht am Sonntagabend noch in Paris im Tour-Peloton befand und dann schon bei den Sieger-Interviews daran denken musste, wie er seinen Flug nach Tokio erwischt – wie etwa sein Landsmann und Belgiens Co-Kapitän Wout Van Aert.
"Eher als direkt von der Tour rüber zu fliegen würde es vielleicht noch Sinn machen, wie die Spanier in Peking 2008 erst zwei, drei Tage vor dem Rennen anzukommen und auf Anpassung komplett zu verzichten: Einfach im Rhythmus von daheim weiterleben, das Rennen fahren und wieder heimfliegen", meint Voigt.
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"Ansonsten muss man wirklich zehn oder 14 Tage vorher da sein, um richtig angepasst zu sein. Eine knappe Woche vorher zu kommen und dann noch zu versuchen, sich anzupassen, das reicht nicht."

"Schachmann kann eine gute Rolle spielen"

Tour-de-France-Sieger Pogacar sei daher klar im Nachteil. "Trotzdem bin ich aber super gespannt auf das große Duell: Der König der Tour gegen den von allen erwarteten neuen Eddy Merckx", so Voigt voller Vorfreude auf ein packendes Rennen am kommenden Samstag, bei dem er auch dem Kapitän der deutschen Nationalmannschaft viel zutraut:
"Maximilian Schachmann kann eine gute Rolle spielen. Wenn er schlau fährt und sich gut an die beiden (Pogacar und Evenepoel) hält, kann er ein sehr, sehr gutes Rennen fahren. Dass er bei den ganz Großen mitfahren kann, hat er auch bei Paris-Nizza ja wieder gezeigt", so Voigt, der sich vor allem von der Konstellation im deutschen Kader mit den beiden durch die Tour gestärkten Simon Geschke und Emanuel Buchmann als Helfer viel erhofft.
Beide dürften mit der in den vergangenen Wochen gewonnenen Härte gut arbeiten können, weil die Anpassungsprobleme eher im intensiven Finale zu tragen kommen – wenn ihr Job getan ist. "Emu war ja ein unglaublich loyaler Helfer für Wilco Kelderman bei der Tour. Wenn er das jetzt für Max Schachmann macht, kann das sehr gut laufen", meint Voigt.
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