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Mit Video | Ewan siegt im Sprint, Aus für Fuglsang, Sturz von Thomas

Mit Video | Ewan siegt im Sprint, Aus für Fuglsang, Sturz von Thomas
Von Eurosport

23/07/2019 um 18:09Aktualisiert 23/07/2019 um 19:36

Im Massensprint wurde die 16. Etappe der Tour de France 2019 in Nimes entschieden: Peter Sagan musste sich dabei als Vierter der Konkurrenz geschlagen geben. Der Sieg ging an den Australier Caleb Ewan vor Elia Viviani aus Italien und Dylan Groenewegen (Niederlande). André Greipel kam auf den 15. Platz. Der Franzose Julian Alaphilippe verteidigte das Gelbe Trikot auch nach dem zweiten Ruhetag.

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Weniger tragisch ging der Sturz von Vorjahressieger Geraint Thomas aus, der Vorjahressieger sorgte für eine Schrecksekunde im Team Ineos, kam aber mit Schürfwunden davon.

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Peter Sagan baute seine Führung im Punkteklassement weiter aus und trägt das Grüne Trikot nun mit fast 100 Zählern Vorsprung. Tim Wellens bleibt einen weiteren Tag im Bergtrikot.

Ewan erster Sprinter mit zwei Siegen

Der kleine Caleb Ewan hämmerte nach seinem zweiten großen Coup mit der Faust gegen seine Brust, dann gönnte sich der Triumphator in der Hitzeschlacht von Nimes einen wohlverdienten Becher Schampus im ersehnten Schatten: Das nur 1,65m große Kraftpaket aus Australien hat als erster Sprinter seinen zweiten Etappensieg bei der 106. Tour de France eingefahren und dem Lotto-Soudal-Team den dritten Tagessieg beschert - auch dank der erneut starken Vorarbeit seines deutschen Helfers Roger Kluge.

"Dass Caleb seine Tochter endlich wiedersehen konnte, hat ihm Zusatzkraft gegeben", sagte Kluge nach dem zweiten Tagessieg seines Teamkollegen.

Bei bis zu 39 Grad behielt Ewan an einem der heißesten Tour-Tage der Geschichte im wohl letzten "Sprint royal" vor dem Finale am Sonntag in Paris einen kühlen Kopf und siegte vor seinen Dauerrivalen Elia Viviani (Italien/Deceuninck-Quick Step) und Dylan Groenewegen (Niederlande/Jumbo-Visma), die damit beide ihren zweiten Etappensieg verpassten.

"Um ehrlich zu sein: Ich habe mich richtig mies während des Rennens gefühlt", sagte "Kraftwürfel" Ewan:

"Ich glaube, die Hitze hat mich echt erwischt. Ich habe so gelitten und wollte schon meinen Teamkollegen sagen, dass sie nach vorne gehen und um den Sieg kämpfen sollen."

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Sprint-Routinier Andre Greipel war erneut völlig chancenlos. Der 37 Jahre alte Rostocker vom Team Arkea-Samsic landete als bester Deutscher auf Platz 15 und ist damit weiterhin ohne Top-10-Platzierung. Greipel muss nun auf Paris hoffen - doch auch dort sind die Chancen gering.

Buchmann stört die Hitze nicht

Das Gelbe Trikot des Gesamtführenden verteidigte der Franzose Julian Alaphilippe ohne große Mühe. Der Quick-Step-Kapitän führt vor den letzten fünf Etappen mit 1:35 Minuten vor Titelverteidiger Geraint Thomas (Großbritannien/Ineos), der am Dienstag einen Sturz unverletzt überstand. Sechster bleibt Emanuel Buchmann (Bora-hansgrohe). Der deutsche Podiumskandidat nahm die hohen Temperaturen gelassen, schon am vorangegangenen Ruhetag hatte er geäußert: "Mit der Hitze habe ich kein Problem. Lieber so ein Wetter als kalt."

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Etappe wird zur Hitzeschlacht

Beim Start am antiken Amphitheater von Nimes brannte die Sonne am frühen Dienstagnachmittag erbarmungslos, herrschten Temperaturen von 35 Grad. Zudem heizte sich der Asphalt auf der Strecke auf bis zu 80 Grad auf - die Anforderungen an Fahrer und Technik waren immens. Die Fahrer behalfen sich mit allerlei Tricks, einige schoben sich Eiswürfel in die Löcher ihrer Helme oder fuhren mit Kühlwesten.

Folgerichtig war das Peloton lange kraftsparend unterwegs. Die härteste Arbeit verrichteten in ihren Teams die Wasserträger, die am Dienstag im wahrsten Wortsinn ihrer Aufgabe nachgingen. Über das römische Aquädukt Pont du Gard nach rund 20 km, wo das Feld in malerischer Kulisse ein spektakuläres Bild abgab, fuhr eine fünfköpfige Ausreißergruppe mit dem Dänen Lars Ytting Bak (Dimension Data), mit 39 Jahren ältester Tourstarter, vorneweg.

Das Feld unter der Führung von Jumbo-Visma-Edelhelfer Tony Martin, der über fast die komplette Distanz in der Spitze fuhr, und Kluge hielt den Abstand aber bei maximal 90 Sekunden und stellte die Fluchtgruppe pünktlich 2500m vor dem Ziel.

Der Kampf mit der südfranzösischen Gluthitze wird auch am Mittwoch ein Thema werden. Meteorologen halten für möglich, dass der Hitzerekord Frankreichs - ganz in der Nähe des Etappenstarts am Pont du Gard wurden Ende Juni 45,9 Grad gemessen - gebrochen wird. Schon vor den heißen Tour-Tagen in der kühleren Höhenluft der Alpen ab Donnerstag müssen die Favoriten auf dem 200 km langen Weg nach Gap daher auf der Hut sein.

(SID)

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