Tour de France
"Vollgas aus der Kurve": Greipel über den Sieg in Paris 2015
19/09/2020 AM 22:01

Sieben Bergwertungen auf 200 Kilometern, fast 4000 Höhenmeter: Was auf dem Papier schon hart klingt, verlangt auch den Profis alles ab. Los geht’s mit dem Zwischensprint nach 33 Kilometern in Cercié-en-Beaujolais. Schon bald darauf steht die erste Bergprüfung an. Der Col de la Croix Montmain (2. Kat./6,1km/7 %) macht nach 51 Kilometern den Auftakt für einen Etappenverlauf, auf dem kaum ein Meter flach ist.

Der Col de la Croix de Thel (2. Kat./4,1km/8,1 %), der Col de la Croix Paquet (2. Kat./2,1km/9,7 %), die Côte d’Affoux (3. Kat.), die Côte de la Croix de Part (2.Kat./4,9km/7,9 %) sowie die Côte d’Aveize (2. Kat./5,2km/6,4 %) warten zwischen Kilometer 51 und 154 auf das Peloton.

Auch die letzten 46 Kilometer verlaufen über bergiges Terrain, auch wenn mit der Côte de la Jallière (3. Kat.) nur noch eine Bergwertung ansteht – dafür allerdings mit acht, fünf und zwei Bonussekunden für die ersten drei.

Von dort führen die letzten 12,5 Kilometer tendenziell bergab in Richtung Saint-Étienne, auch wenn in der Stadt auf den letzten Kilometern eine kleine Rampe nochmals zur finalen Attacke einlädt.

KulTOUR:

Saint-Étienne wurde 1258 erstmals urkundlich erwähnt. Seit dem 14. Jahrhundert wurde es zu einem Zentrum der Metallverarbeitung, das insbesondere durch die Herstellung von Waffen bekannt wurde. Während der Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfuhr die Stadt einen rasanten Aufschwung und etablierte sich bis heute als wichtiger Knotenpunkt in der Infrastruktur Frankreichs.

HisTOURie:

Schon 45 Mal war Saint-Étienne Etappenort der Großen Schleife, zuletzt kam das Feld im Jahr 2014 hier an. Im Sprint der 12. Etappe siegte Alexander Kristoff (Team United Emirates) vor Peter Sagan (Bora-hansgrohe) und Arnaud Démare (Groupama-FDJ).

Auch die deutschen Erinnerungen an Saint-Étienne sind erfolgreiche: Jan Ullrich gewann 1997 das Einzelzeitfahren der 12. Etappe rund um Saint-Étienne und verteidigte damit sein zwei Tage zuvor erobertes Gelbes Trikot, das er schließlich als bislang einziger Deutscher nach Paris brachte.

Jan Ullrich, Tour de France 1997

Fotocredit: Getty Images

TOURakel:

Die Etappe ist zu schwer für die Sprinter – folglich kommen die Ausreißer zum Zug. Die Gruppe des Tages dürfte heiß umkämpft und relativ groß sein.

Fahrer wie Greg Van Avermaet (CCC), Thomas de Gendt (Lotto – Soudal) oder Julian Alaphilippe (Deceuninck – Quick-Step) stehen ganz oben auf der Liste der Tagessieg-Anwärter, die allerdings fast das halbe Peloton umfasst.

Und auch die Klassementfahrer werden die Füße nicht stillhalten: Der Tag bedeutet durch das stetige Auf und Ab viel Stress für die Kapitäne und ihre Helfer. Heute lässt sich durchaus etwas bewegen, wenn man das Risiko nicht scheut! Zumal auch das Gelbe Trikot lockt, nicht nur Julien Alaphilippe hat es fest im Visier...

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