Teil drei des Giganten-Duells zwischen Tadej Pogacar und Primoz Roglic, die Fortsetzung von Emanuel Buchmanns verzweifelter Jagd nach dem Podium und ein Meilenstein der Gleichberechtigung: Die "doppelte" Tour de France dürfte mit einem spektakulären Männer-Parcours und der Rückkehr des Frauen-Rennens der Höhepunkt des Sportsommers 2022 werden.
Schon die Strecken-Präsentation am Donnerstag in Paris wird mit großer Spannung erwartet.
Auch und vor allem von "Emu", dem großen Dauer-Pechvogel. "Ich war noch nie bei einer Grand Tour auf dem Podium", stellt Buchmann durchaus wehmütig fest - die Top-3 bleiben das große Ziel des besten deutschen Rundfahrers.
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2019 war der Ravensburger Tour-Vierter und damit der beste Deutsche in der Nach-Ullrich/Klöden-Ära. 2020 stürzte Buchmann in der Form seines Lebens kurz vor dem Auftakt und gab bei seiner Tour der Leiden chancenlos auf. Und der Traum vom Podium 2021 platzte schon bei der Streckenpräsentation - nicht schwer genug, zu zeitfahrlastig, Buchmann setzte stattdessen auf den Giro, stürzte dort und stieg aus, rollte bei der Tour als Helfer mit.
Viele Chancen bleiben Buchmann nicht, 2022 wird er 30, umso wichtiger, dass die kommende Tour, die am 1. Juli in Kopenhagen startet und am 24. Juli in Paris endet, nach seinem Gusto ist. Das, was vor der Enthüllung im Grand Palais durchsickerte, spricht dafür.

Kopfstein von Roubaix in der Tour 2022

Die Tour soll demnach hammerhart werden, der mythische l'Alpe-d'Huez-Anstieg erstmals seit 2018 dabei sein, zum nach 1986 erst zweiten Mal eine Etappe auf dem 2413 m hohen Alpen-Riesen Col du Granon enden; zwei Pyrenäen-Bergankünfte sollen dabei sein, zudem die Planche des Belles Filles, wo 2020 Pogacar in einem epischen Finale Landsmann Roglic den Toursieg entriss.
Aber, und das dürfte dem - pardon: sturzaffinen Buchmann eher weniger schmecken: Früh soll es ausgiebig über die von Paris-Roubaix bekannten Kopfsteinpflaster-Passagen gehen. Schon dort dürften sich Pogacar und Roglic einen Kampf aufs Messer liefern.
Pogacar (23) könnte der jüngste Dreifachsieger der Tour werden, für den dreimaligen Vuelta-Sieger Roglic (32), 2021 nach einem Sturz ausgestiegen, wird langsam die Zeit knapp. "Er will zeigen, dass er die Nummer eins der Welt ist", sagte Roglics Sportdirektor Marijn Zeeman.

"Tour de France Femmes" wieder dabei

Zeigen können sich endlich auch wieder die Frauen, deren "Tour de France Femmes" am Tag des Männer-Finales in Paris startet und am 31. Juli endet.
Zwischen 1984 und 1989 war die Frauen-Tour unter diesem Namen gerollt, 2009 kam das vorläufige Aus des bedeutungsschwachen Nachfolge-Rennens.
"Ein Traum erfüllt sich - hoffentlich für mehr als zwei oder drei Ausgaben", sagt Renndirektorin Marion Rousse. Die 30-Jährige ist eines der bekanntesten TV-Gesichter Frankreichs und bildet mit Lebensgefährte Julian Alaphilippe ein hochpopuläres Promi-Paar.
Ganz nebenbei ist Alaphilippe Weltmeister und Tour-Mitfavorit - Stoff für Geschichten wird die Frankreich-Rundfahrt 2022 also reichlich haben.
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