Der Niederländer erreichte in Le Grand-Bornand nach 150 nassen Kilometern an diesem ersten Tag in den Alpen mit der sogenannten Favoritengruppe 4:09 Minuten nach Tagessieger Dylan Teuns (Bahrain Victorious) und genau 3:20 Minuten nach Titelverteidiger und Top-Favorit Pogacar (UAE Team Emirates) das Ziel.
Dadurch rückte Kelderman in der Gesamtwertung vom 14. auf den 7. Platz vor und befindet sich durchaus in Reichweiter zum Podium – sogar zum zweiten Rang. Denn am Samstag wurde deutlich, dass der bisherige Gesamtzweite Wout Van Aert (Jumbo - Visma) im Gebirge wohl kaum stark genug sein dürfte, sich vorne zu halten.
"Wilco ist ein sehr starkes Rennen gefahren. Wir sind in der Gesamtwertung jetzt in einer sehr guten Position und es ist noch viel möglich", urteilte Bora - hansgrohes Sportlicher Leiter Enrico Poitschke und Kelderman stimmte zu: "Ich hatte wirklich gute Beine und bin am Ende bei den Favoriten dabeigeblieben. Pogacar war unglaublich, aber mein Rennen war sehr gut und ich bin nun in guter Position unter den Favoriten dahinter."
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Die Kandidaten für die Podestplätze sind zahlreich. Von Alexey Lutsenko (Astana - Premier Tech), der bislang hinter Pogacar und Van Aert auf Rang drei liegt, bis zum Zehntplatzierten Pello Bilbao (Bahrain Victorious) sind es zwei Minuten. Besonders eng ist es von Lutsenko bis zum achten Platz von Enric Mas (Movistar), der nur 37 Sekunden hinter dem Kasachen liegt.

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Kelderman hat Podium im Visier

Kelderman ist mit 5:13 Minuten Rückstand auf Pogacar und 35 Sekunden auf Lutsenko Siebter. Seine Gegner im Kampf ums Podium sind neben dem Kasachen und Mas sind vor allem Rigoberto Uran (EF Education - Nippo), Jonas Vingegaard (Jumbo - Visma) und Richard Carapaz (Ineos Grenadiers) sowie David Gaudu (Groupama - FDJ) auf Platz neun und Bilbao.
Während es für Kelderman recht gut lief und der Niederländer seine Position nach dem etwas enttäuschenden Einzelzeitfahren vom Mittwoch nun wieder verbessert hat, erwischte Emanuel Buchmann einen schlechten Tag.
Der in Österreich lebende Ravensburger hatte vor der Etappe noch zweieinhalb Minuten hinter Kelderman gelegen. Wäre Buchmann in Richtung Grand-Bornand bei seinem Kapitän geblieben, läge er jetzt auf Gesamtrang 14 und es wäre angesichts der engen Konstellation unter den Podiumskandidaten in Top-Form tatsächlich noch fast alles möglich im Klassement.

Buchmann nahm am Ende raus, um Energie zu sparen

Doch Buchmann musste am Ende des Tages gestehen: "Es war eine unglaublich harte Etappe. Der Regen hat alles noch schlimmer gemacht. Als nach der ersten Abfahrt die große Gruppe vorne war, gab es Attacken über fast 50 km. Wir sind immer wieder mitgegangen und haben versucht in die Gruppe zu kommen, aber ich habe dort schon gemerkt, dass ich einen schlechten Tag habe."
Er versuchte Kelderman dann noch so gut wie möglich zu helfen, doch als es nicht mehr ging, nahm Buchmann die Beine hoch. Am Ende des Tages erreichte er das Ziel 28:41 Minuten nach Etappensieger Teuns, 24:32 Minuten hinter seinem Kapitän und den anderen Fahrern, die in Frankreich in diesen drei Wochen wohl ums Podium kämpfen werden. "Als ich in Schwierigkeiten kam, habe ich am Ende rausgenommen, um für den Rest der Tour Energie zu sparen", erklärte er.
Immerhin: Der große Zeitverlust bedeutet jetzt, dass Buchmann in den Bergen von der Konkurrenz nun nicht mehr allzu sehr beäugt werden dürfte. Wenn der Tour-Vierte von 2019 attackiert und in Richtung Etappensieg zielt, wird man ihm Luft lassen. Die Frage ist nur, ob sich diese Chance tatsächlich bietet. Denn zunächst wird er nun als Helfer für Kelderman sehr wichtig sein, da der Niederländer wohl tatsächlich gute Chancen hat, Teamchef Ralph Denk den Traum vom Tour-Podium zu erfüllen.
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