Am Dienstag in Paris zeichnet sich bereits das große Highlight des nächsten Jahres ab, wenn im Palais des Congrès die Tour de France 2017 mit dem Grand Départ in Düsseldorf vorgestellt wird. Der Tour-Start im Rheinland ist ein Triumph auch für die besten deutschen Fahrer der Gegenwart.
"Wir haben den deutschen Radsport Jahr für Jahr größer gemacht", sagt der viermalige Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin.
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Mit der Abkehr von der dunkelsten Epoche ihres Sports und ihrem beständigen Eintreten für den Anti-Doping-Kampf haben Kittel, Martin, John Degenkolb sowie André Greipel einen spürbaren Wandel herbeigeführt. Der erste Grand Départ in Deutschland seit 30 Jahren ist auch so etwas wie eine Belohnung dafür, ein anderer Traum rückt dagegen in immer weitere Ferne.

Martin verteidigt Entscheidung für Katjuscha

Bei der WM in Katar fuhren die großen Vier des deutschen Radsports erstmals überhaupt gemeinsam im Nationalteam, in der kommenden Saison sind aber alle bei verschiedenen internationalen Mannschaften angestellt. Martin fährt für Katjuscha-Alpecin unter Schweizer Lizenz, Greipel (Lotto-Soudal) und Kittel (Etixx-Quick Step) stehen in belgischen Teams unter Vertrag und Degenkolb hat sich für einen Wechsel zur amerikanischen Equipe Trek-Segafredo entschieden.

Stinkefinger & Flaschenwurf: Kittel und Degenkolb stinksauer

Dabei werden aller Voraussicht nach mit dem Giant-Alpecin-Nachfolger Sunweb und Bora-hansgrohe erstmals seit 2008 zwei deutsch lizenzierte Teams in der World Tour am Start sein. "Sicher war irgendwann mal das Ziel, eine richtig stark besetzte deutsche Mannschaft zu haben", sagt Martin, "aber ich bin erstmal von dem Gedanken abgekommen".
Der 31-Jährige hat für sich eine mit Skepsis verfolgte Wahl getroffen, setzt aber Hoffnung in den Neuanfang des bislang schlecht beleumundeten Katjuscha-Teams. "Ich bin ein Imageträger des sauberen Radsports. Wenn ich irgendwo feststellen sollte, dass es bei Katjuscha in eine andere Richtung geht, würde ich sofort meine Konsequenzen ziehen", sagt er.

Degenkolb: "Keine Flucht aus Deutschland"

Martin hatte auch zu Bora Kontakt, doch als die Mannschaft von Ralph Denk den alten und neuen Weltmeister Peter Sagan verpflichtete, passte das nicht mehr zu seinen Plänen. Greipel war mit der aufstrebenden Equipe aus Raubling in Oberbayern ebenfalls in Gesprächen - und lobt das Engagement: "Ich hätte mir das vorstellen können und finde das, was Bora vorhat, fantastisch für deutschen Radsport."
Degenkolb entschied sich für die aus seiner Sicht beste Perspektive. "Es ist keine Flucht aus Deutschland. Ich habe Möglichkeiten, um noch professioneller zu arbeiten und noch mehr herauszuholen", sagt der gebürtige Thüringer, den aber zunächst noch eine Operation an seinem vom Unfall im Januar gezeichneten Zeigefinger erwartet, bei der Platten und Schrauben entfernt werden.
Immerhin aber hat Bora in Sagan künftig die wohl größte Attraktion der Szene in ihren Reihen. Ende Oktober kommt der Slowake zum ersten Teamtreffen und Bora darf sich schon jetzt auf so viel Aufmerksamkeit freuen wie nie zuvor.
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